16. März 2016 vk.admin

5 Geheimnisse das Ärgern zu verlernen

Ziele2
Mit dem Ärgern ist das so eine Sache. Es ist Teil unseres Lebens, genau wie das freuen, lachen, lieben – nur dass es weniger angenehm ist. Aber mal ehrlich, wir tun es doch fast jeden Tag, oder? Über große Dinge, über kleine Dinge. So ein bisschen Ärger lässt sich schnell finden. Und doch wage ich zu behaupten, dass man das Ärgern verlernen kann. Nicht von jetzt auf gleich, aber in kleinen Schritten.

Du wirst nun 5 Tricks kennenlernen, wie aus dem Ärgern Schritt für Schritt ein entspanntes Lächeln wird. Und versprochen, es handelt sich hierbei nicht um Hokuspokus, nein, es sind Tipps, die ganz leicht anwendbar sind (vorausgesetzt du bist kein Choleriker).

Lerne einen leichteren und entspannteren Alltag ohne Ärgern.

Nehmen wir einmal Jonas. Es ist Dienstagabend und Jonas ist auf der Autobahn auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Sein Tag war anstrengend und umso mehr freut er sich – begleitet von der Musik aus dem Radio – langsam in den Freizeit-Entspannungsmodus zu finden. Da wagt es auf einmal das Auto auf der rechten Spur vor ihm – zack – von der rechten Spur auf die linke zu wechseln. Ganz knapp vor ihm! Ohne zu blinken! „Du Penner, du! Hast wohl keinen Blinker, ja?!“, brüllt Jonas und schlägt seine Hand auf das Steuer.

Zuhause angekommen steckt Jonas den Haustürschlüssel ins Schloss in der freudigen Erwartung auf ein leckeres Abendessen mit seiner Freundin Marie. Kochen das kann sie, die Marie. Er hängt seine Jacke an der Garderobe ab und versucht erste Gerüche mit der Nase aufzuschnappen. Jonas liebt dieses Schnuppern und freut sich dann, wenn er das richtige Gericht erraten hat. Aber was ist das heute? Da liegt kein Essensgeruch in der Luft? Nichts?

Marie ist selbst gerade erst von der Arbeit gekommen und hatte einen schlechten Tag. Als Sie mit dem Kochen beginnen wollte und die Küche betrat, sah Sie erst einmal einen riesigen Berg verdrecktes Geschirr. Ihr zweiter Blick fiel auf den Herd, wo von allem etwas lag. Papiere von Teebeuteln, aufgerissene Süßigkeitentüten, Schokoladenflecken, etc. Eindeutige Spuren von Jonas.

Die Rollenverteilung war eigentlich klar: Marie kocht jeden Tag und Jonas ist danach für die Küche zuständig. Und manchmal kommt es vor, dass er seinen Teil auf den späten Abend verlegt, um ihn dann auf den nächsten Morgen zu verschieben. Und nun lag eben am nächsten Abend noch alles dort. „Immer bleibt alles an mir hängen. Ich muss auch arbeiten“, ärgert sich Marie. „Und ich hab Hunger und mich so auf das Essen gefreut“, ärgert sich Jonas. Und so ärgern sie sich gemeinsam vor sich hin.

Kommt dir das bekannt vor? Vielleicht bist du nicht Jonas oder Marie, aber es gibt bestimmt genug Alltagssituationen, in denen du dich ärgerst. Ob kurz oder lange, stark oder weniger stark. Der Ärger lauert überall und wartet darauf, dir deinen Alltag  erfolgreich zu vermiesen.

Kommen wir also zu den 5 Tipps, wie du deinen Ärger verlernst.

Ärgern verlernen Nr. 1:
Selbstbestimmung entzieht Ärger den Nährboden

Ärger entsteht durch die unterschiedlichsten Gründe. Du bist allgemein unzufrieden mit deiner derzeitigen Situation, andere Menschen oder Geschehnisse ärgern dich, oder aber du ärgerst dich einfach über dich selbst. Ich möchte mit dem ersten Punkt beginnen, der allgemeinen Unzufriedenheit. So ein Lebenstag kann ganz schön anstrengend sein. Du musst viel leisten, um weiterzukommen und stehst dazu meistens unter Zeitdruck. Da kann es schnell passieren, dass du vor lauter Aufgaben und Erledigungen dich selbst vergisst.

Du bist gestresst und unausgeglichen und statt dir eine vernünftige Auszeit für dich selbst zu nehmen, möchtest du noch eine Aufgabe erledigen. Das ist die perfekte Basis für Ärger. Denn durch deine Unausgeglichenheit bist du viel schneller reizbar, als wenn du entspannt und mit allem im Reinen bist.

Das Problem ist, dass du von außen fremdbestimmt wirst, indem du alles erledigen möchtest, was du glaubst erledigen zu müssen. Aber das ist nicht so. Bestimme selbst was du an einem Tag tun möchtest und was nicht. Und ganz wichtig: Nimm dir kleine Du-Zeiten. Überlege dir Dinge, die dir Freude machen und integriere Sie in deinen Tagesablauf. Du gehst gerne mal schwimmen? Dann besuche abends doch einfach mal das Schwimmbad zum abschalten. Es müssen keine großen Dinge sein. Oder du trinkst gerne Tee? Dann mach dir eine Tasse Tee und trink sie ganz bewusst, ohne nebenbei irgendetwas am Laptop zu erledigen. Genieße die kleinen Freuden im Alltag. Und nutze deinen Tag selbstbestimmt.

Ärger verlernen Nr. 2:
Wie sehr beeinträchtigt das Ärgernis tatsächlich Dein Leben?

Ab in die Zukunft. Wie bitte, Zukunft? Ja, es hilft wirklich. In dem Moment, in dem du dich über etwas ärgerst, versetzt du dich in die Zukunft. Sagen wir fünf Jahre später. Was würdest du nun zu deinem Problem oder Ärger sagen? Wo kommt der her und ist er es wirklich wert, dass du dich darüber ärgerst? Mit ein paar Jahren Abstand, manchmal auch nur ein paar Monaten, wirken manche Ärgernisse belanglos, ja sogar lächerlich.

Du musst sie einfach nur im Verhältnis zu deinem Leben sehen, nicht für diesen einen Tag. In der Gegenwart erscheinen Probleme viel schwerwiegender als wenn du sie rückblickend betrachtest. Viel wichtiger ist, ob dieses Ärgernis wirklich Auswirkungen auf die wichtigen Dinge in deinem Leben hat. Meistens ist das nicht der Fall und wahrscheinlich kannst du im nächsten Moment schon drüber lächeln.

Ärger verlernen Nr. 3:
Vergleichen macht glücklich oder ärgerlich – du hast die Wahl

Der Vergleich mit Anderen. In dem Moment, in dem du dich über etwas ärgerst, hilft es oft, den Vergleich mit Anderen zu suchen. Suche dir eine Personengruppe oder eine spezielle Person, der es schlechter ergeht oder erging als dir selbst. Dann kannst du nur besser wegkommen und erleichtert aufatmen.

Das kann sowohl ein Freund sein, der ein ähnliches Ärgernis hatte wie du, aber schlechtere Erfahrungen gemacht hat oder aber du denkst allgemein und sagst dir: „Es gibt so viele Menschen die Hungern müssen, warum ärgere ich mich nun eigentlich über solche Kleinigkeiten.“ Und schon ist der Ärger vorbei.

Wichtig ist nur, womit du dich oder das Erlebte vergleichst. Überlege dir vor dem Ärgern, ob dich ein Vergleich glücklicher macht oder weiter ärgert. So kannst du entscheiden, ob du den Vergleich gebrauchst oder dir einen anderen suchst.

Ärger verlernen Nr. 4:
Der Spiegel hinter dem Ärger

Manchmal ärgerst du dich nicht über Geschehnisse, sondern über das Verhalten einer konkreten Person. Zum Beispiel über Jonas, der den Abwasch nicht erledigt hat. Du kannst versuchen, dich in die Person hineinzuversetzen und zu überlegen, warum sie so handelt. Vielleicht hatte Jonas viel um die Ohren in den letzten Tagen. Oder wollte den Abwasch einfach mal Abwasch sein lassen. Ärger ist oft eine Wechselwirkung. Wenn du handelst, wird dein Handeln eine Wirkung haben, Ärger oder Freude.

So ist das auch mit dem Ärger. Also stell dir konkret die Frage, warum dich etwas ärgert und ob du nicht auch ein bisschen selbst für diese Wechselwirkung verantwortlich bist, also an dem Ärger. Womöglich bist auch du nicht ganz fehlerfrei (wäre schließlich auch langweilig) und hast schon einmal etwas aufgeschoben oder liegengelassen. Das ist menschlich und sollte nicht gleich zu Ärger führen. Auch wenn du es nicht gerne zugibst, kannst du dich in Ärger-Situationen fragen „bin ich manchmal auch so, obwohl ich es nicht sein möchte?“

Ärger verlernen Nr. 5:
Der Fokus macht frei

Und dann ist da noch der Ärger über sich selbst. Der ist besonders böse. Wir haben so lange To-Do-Listen und ach so viel zu tun. Im Grunde könnten wir nie mit uns zufrieden sein, denn etwas gibt es immer zu erledigen. Es gibt bestimmt etwas, das du immer noch am Aufschieben bist, obwohl du dich gleichzeitig über dich selbst ärgerst, dass du es noch nicht erledigt hast. Kommt dir das bekannt vor? Oder aber du hast eine Sache einfach nicht gut genug gelöst.

Sei nicht zu streng mit dir selbst. Wir neigen oft dazu nur die Dinge zu sehen, die wir noch nicht gelöst haben, statt der Dinge, die wir schon abgearbeitet haben – und das auch noch sehr gut. Also konzentriere dich auf Alles, was du geschafft hast und freue dich darüber. Mit dieser positiven Einstellung schaffst auch du die nächsten Aufgaben ganz easy.

Also:

Ärgerst du dich noch oder lebst du schon? Das Ärgern verlernt man nicht sofort. Aber in Situationen, in denen der Ärger in dir aufsteigt, kannst du aufmerksam werden und mit den fünf Geheimnissen dagegen halten. Zu Beginn reflektierst du die Situation noch sehr bewusst, doch mit der Zeit wirst du immer weniger Ärger zulassen. Denn so schwierig ist es wirklich nicht, den Ärger zu verabschieden.

Wenn dir der Artikel über die 5 Geheimnisse wie man das Ärgern verlernt gefällt, darfst du ihn natürlich gerne auf Facebook teilen. Oder du hinterlässt uns deine Meinung einfach in den Kommentaren. Vielleicht hast du ja auch eine Ärger-Situation für uns, die es eigentlich nicht wert ist, sich zu ärgern?

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Kommentare (2)

  1. Jana

    Interessanter Artikel – Aber es ist tatsächlich so!
    Eigentlich ist man im großen und ganzen unzufrieden und oft sind es andere Sachen, die das Fass dann zum überlaufen bringen.
    Von den Vorschlägen finde ich den besten, wo man in Fünf Jahren steht und an die Situation mit dem Ärger zurückdenkt. Dann ist der Ärger ganz schnell vergessen, da es meistens um kleinere Dinge geht.

    Danke für den tollen Artikel 🙂

  2. Martina

    Klasse, dieser Artikel ist wirklich hilfreich, denn es wird mir bewusst gemacht, was Sache ist. Ich werde inspiriert, mal genau hinzuschauen und dann, zur Abwechslung, auch mal aus einem anderen Blickwinkel. Herrlich, was das fuer einen Unterschied macht auf die Wirkung bestimmter Dinge auf mich. Ich aergere mich zum Beispiel wirklich oft ueber meinen Mann, der sich staendig aergert! Sein Aergern erzeugt Bauchschmerzen bei mir. Oft ist es sogar ansteckend und ich aergere mich eifrig mit! Von nun an werde ich Aerger Tip Nummer 2 anwenden und mich fragen, welche Auswirkungen sein Aergern auf die wichtigen Dinge in meinem Leben hat und schon habe ich Abstand und seine Aergerei verliert das Feuer. Ich habe es schon probiert: es funktioniert. Ich stelle mir immer vor, wie ich ueber meinem Leben, irgendwo in der Zukunft, aus der Ferne, auf mein Leben hinunter schaue und mich bei meiner Reaktion auf meinen sich aergernden Mann, beobachte. Sogar seine Aerger Energie schwaecht sich dadurch ab,- das zu erleben, tut richtig gut! Toller Artikel!!!

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