31. März 2014 vk.admin

Die hohe Kunst der Kommunikation!


Kommunikation_01Kommunikation ist zumeist nur eine Kette von Missverständnissen – Volker Knehr

Kommunikation  (ob nun verbal oder nonverbal) gehört definitiv zu meinen abolsuten Lieblingsthemen. Wenn ich mir mal wieder Gedanken über das gegenseitige Austauschen von Informationen mache, gebe ich mir hin und wieder den Spaß und google Kommunikation.

Das Ergebnis sind Abermillionen von Ergebnissen, die mein PC in wenigen Sekunden ausspuckt. Sie alle zu lesen ist eine Lebesaufgabe.

Man findet Texte über Menschen, über Tiere, über Gesten, sogar über Blumen. Man könnte denken, es ist unmöglich etwas zu finden, das nicht kommuniziert. Dabei ist Kommunikation ebenso vielschichtig wie einfach. Klar, man kann eine Wissenschaft daraus machen (die Kommunikationswissenschaft – nach 10 Semestern zum Master der Kommunikation oder so ähnlich) oder man sieht sie ohne viel Brimborium als das, was sie ist:

Die Grundlage jedes menschlichen Interagierens und der entscheidende Faktor für Erfolg oder Misserfolg.

Kommunikation ist für mich keine Wissenschaft, die man in vielen Jahren erst mal pauken und sich dabei durch unzählige Kommunikationssysteme (Nachricht, Sender, Empfänger und ähnliches) quälen muss. Für mich  ist Kommunikation vielmehr eine Kunst, eine Fähigkeit, die jeder erfolgreiche Mensch beherrschen muss. Kommunikation ist, wenn man so will der Schlüssel zu Erfolg. Ich selbst habe mir jahrelang Gedanken über die Möglichkeiten, aber auch die Gefahren einer erfolgreichen Kommunikation gemacht und bin dabei mehr als nur einmal an meine Grenzen gestoßen.

Und weil ich in meinen Seminaren immer wieder merke, dass für vielen Menschen ein schlagfertiger Auftritt, ein selbstbewusstes Auftreten und wortgewandte Gesprächsführung ein Schloss mit 7 Siegeln ist, möchte ich mich heute mit genau diesem Teil der Kommunikation beschäftigen und zeigen, wie Kommunikation im alltäglichen Leben Früchte trägt. Wie bereits erwähnt geht es dabei nicht nur um rhetorische Fertigkeiten, nein es geht vor allem auch um unsere Ausstrahlung, um unsere Gesten und auch um unsere nonverbale Kommunikation, denn die ist ebenso wichtig wie jedes selbstbewusste Wort. Denn was nützt ein auswendig gelernter, feingeschliffener Text, wenn der Mensch dahinter in seinem Schneckenhaus gefangen ist.

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Kommunikation – was ist das

Ich möchte dich mit theoretischen Kommunikationsmodellen verschonen – glaube mir, da gibt es tausende davon, die dich ganz bestimmt nicht viel weiter bringen. Kommunikation lässt sich aber tatsächlich auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner herunter brechen, der dir heute absolut ausreichen soll:

Ein Sender, der etwas mitteilen möchte, verschlüsselt sein Anliegen in erkennbare Zeichen wie Sprache. Diese Nachricht muss vom Empfänger wahrgenommen und korrekt entschlüsselt werden.

So und jetzt sage ich dir etwas: Das klappt ganz, ganz oft gar nicht mal so gut, es gibt unfassbar viele Störvariablen und Dinge, die das Kommunizieren so erschweren. Ich rede hier gar nicht so sehr von Sprachbarrieren, ich rede von mangelnden Fähigkeiten auf Seiten des Kommunikators. Viel zu oft trauen wir uns nicht das zu sagen, was wir eigentlich sagen wollen, oder wir schaffen es nicht, weil uns die Worte fehlen, oder wir verstricken uns in irgendwelchen Phrasen. Und das sind alle nur Fallen auf der Ebene der verbalen Kommunikation.

Viel stiefmütterlicher behandeln wir gar das Thema nonverbale Kommunikation. Denn was wir über unsere Gesten und über unsere Körperhaltung ausstrahlen, ist manchmal so verwirrend, dass beim Gegenüber nur noch Bahnhof ankommt. Frage ich dich mal ganz bewusst. Wie oft bist du aus einem Gespräch gekommen und hast gedacht:

  • Also so habe ich mir das aber nicht vorgestellt!
  • Eigentlich wollte ich doch etwas ganz anders sagen!
  • Ich bin gar nicht zu Wort gekommen!
  • Ich habe mich einfach nicht getraut es auf den Punkt zu bringen!

Klar ist erfolgreich und selbstbewusst zu Kommunizieren und genau das zu erreichen, was man will, ist wahrlich eine Kunst und ja, meist läuft Kommunikation genau so ab, wie du zu Beginn gelesen hast:

Kommunikation ist meist eine Kette von Missverständnissen.

Das wir trotzdem irgendwie zum Ziel kommen ist zwar schön, aber nicht der Zweck der Übung. Um dich sowohl auf der Ebene der verbalen Kommunikation als auch der nonverbalen Kommunikation zu schulen, habe ich jetzt einige kleine, aber feine Kommunikationstipps für dich.

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Verbale Kommunikation – die Grundlagen

Verbale Kommunikation ist alles, was Tag ein Tag aus, aus deinem Mund heraussprudelt. Da aber die  wenigsten von uns rhetorische Großmeister wie Platon sind, warten hier gewaltige Stolpersteine auf die ungeschulten Zungen. Um an deiner Kommunikationsfähigkeit zu arbeiten, kannst du ein paar ganz einfache und grundlegende Tipps beachten, die deine Gesprächsführung ganz bestimmt Struktur und Selbstvertrauen geben.

Verbal Kommunikation – Tipp 1: Erst denken, dann sprechen

Es klingt so einfach, aber Kommunikation funktioniert dann am besten, wenn man sich vollkommen darüber bewusst ist, was seine Message ist. Wer weiß, was er sagen will, der bringt seine Aussage auch viel deutlicher auf den Punkt und dieser bleibt natürlich auch besser in Erinnerung. Mein Tipp für dich: Frage dich in eine Gespräch immer wieder, was eigentlich der Zweck ist und was du mit dieser Kommunikation erreichen willst. Natürlich ist es das Beste, vor jedem Gespräch einen festen Plan zu haben. Zur Not justiere nach und bringe das Gespräch zurück auf die rechte Bahn.

Verbale Kommunikation – Tipp 2: Keine Pausen

Der größte Gegner einer flüssigen und erfolgreichen Kommunikation sind die Wörtchen „ähm“, „hmmm“, „naja“, „sozusagen“. Diese unnötigen Lückenfüller machen deine Aussagen schwammig und du verlierst ganz schnell an Glaub- und Vertrauenswürdigkeit. Mein Tipp an dich: Immer wenn du merkst, dass du kurz davor bist ein „ÄHM“ unterzubringen, halte kurz inne. Hole Luft warte ganz kurz und spreche dann weiter.
Zusätzlich hilft es von Themen zu reden, in denen man sich gut auskennt. Ganz automatisch spricht man da viel  flüssiger. Es hilft also immer, sich mit bestimmten Themen auseinanderzusetzen, nicht nur für die Allgemeinbildung, sondern auch um die Kommunikation zu verbessern.

Verbale Kommunikation – Tipp 3: Mache dir Notizen

Kommunikation hat wie du weißt etwas damit zu tun, wie gut man darauf vorbereitet ist. Wenn man eine ganz wichtige Aussage kommunizieren will, hilft es deshalb sich ganz bewusst Notizen zu machen. Tatschlich sind die häufigsten Ursachen für eine miserable Gesprächsführung, eine miserable Vorbereitung. Mir hilft es tatsächlich immer ein Notizbuch dabei zu haben, indem ich mir meine Kommunikations-Ziele aufschreibe.

Man kann sich nicht alles merken, vor allem nicht jeden Namen, deswegen hilft es sich gerade solche Informationen über andere Menschen aufzuschreiben!

Verbale Kommunikation – Tipp 4: Sei offen für neue Ideen

Die vier schlimmsten Worte in der Kommunkation sind „Das kenne ich schon.“ Er führt nämlich zu gar nichts, außer, dass sich die sprechende Person vor neuen Erfahrungen, Ideen und Informationen verschießt.

Mein Tipp für dich: Wenn der andere spricht, dann höre aufmerksam zu. Erst wenn du an der Reihe bist, vertrittst du deine Meinung. Sei außerdem immer offen für neue Impulse und mache nicht jede Idee, die nicht von dir kommt, sofort zu nicht. Höre bis zum Schluss zu – wer weiß welch Gold sich in den letzten Worten versteckt.

Verbale Kommunikation – Tipp 5. Bleiben Sie respektvoll

Eine erfolgreiche Kommunikation zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass trotz verschiedener Meinungen kein Stunk entsteht. Ja, gerade bei unterschiedlichen Meinungen ist verbale Kommunikation entscheidend für den weiteren Gesprächsverlauf sowie die ganze spätere Beziehung. Erst bei Meinungsverschiedenheiten zeigen sich die wahren Kommunikationskünstler. Das wichtigste Credo des Respekts heißt deshalb: Zuhören.

Achte darauf sorgfältig zuzuhören und nichts misszuverstehen. Jeder muss wissen: Andere Meinungen und Ansichten sind vielleicht nervig, aber völlig legitim. Bleibe immer sachlich  und versuche Kommunikationsretter, wie „ICH bin der Meinung, dass…“ zu verwenden. Klar, damit sprichst du nur aus deiner eigenen Warte und stellst den anderen nicht als Depp dar.

Und das Wichtigste: Sei aufmerksam, halte den Augenkontakt, minimiere deine Ablenkung auf ein Minimum. Kein Mobiltelefon, ein ruhiger Raum, kein Fernsehen. Egal was dein Gegenüber tut, bleibe immer aufmerksam.

Aber Kommunikation läuft nicht nur auf verbaler Ebene, sondern ganz oft auch auf non-verbaler ab.

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Nonverbale Kommunikation – Die Grundlagen

Man kann  nicht, nicht kommunizieren.

Kaum ein Zitat wird so oft bemüht, wenn es um das Thema nonverbale Kommunikation geht, wie dieser Klassiker von Paul Watzlawick. Du kennst das ganz bestimmt. Du lernst einen Menschen kennen, er sagt dir hallo und allein durch seine Körpersprache, durch seine Gestik und Mimik, kannst du genau sagen was für eine Art Mensch vor dir steht und du kannst auch sagen, ob er dir zusagt oder nicht. Es klingt verblüffend, aber gerade mal 3% einer erfolgreichen Kommunikation hängen von der verbalen Kommunikation ab, der Rest wird auf der nonverbalen Ebene entschieden. Ich habe sogar noch einen Satz für dich, der mit Wissenschaftler haben herausgefunden anfängt und genau diese These stützt:

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass 95 Prozent des ersten Eindrucks von einem Menschen von Aussehen, Kleidung, Haltung, Gestik und Mimik, Sprechgeschwindigkeit, Stimmlage, Betonung und Dialekt bestimmt werden und nur drei Prozent von dem, was jemand sagt.

Und genau darum sollte sich jeder über sein Auftreten Gedanken machen. Glaub mir, wenn du an deinen Gesten und deiner gesamten Körpersprache arbeitest, wird jeder zu dir sagen: Du hast dich aber verändert. Obwohl du vielleicht noch genau den gleichen Stuss rausredest, wie zuvor.

Und wie schafft man es nun, seine nonverbale Kommunikation auf Vordermann zu bringen? Vielleicht durch ein Seminar vielleicht aber auch durch  diese ganz grundlegenden Tipps:

Achte in erster Linie auf deine Außenwirkung.

Merke dir:

  1. Hängende Schultern und du wirkst unbeteiligt.
  2. Kopfhaltung und Blick Richtung Boden und du wirkst unsicher und arrogant zugleich.
  3. Fehlender Blickkontakt und du wirkst unehrlich.
  4. Eine geschwellte Brust und du wirkst aggressiv.
  5. Verschränkte Arme und du wirkst abweisend.
  6. Hängende Mundwinkel und du wirkst genervt.
  7. Fahrige und kleine Gesten und du wirkst nervös.
  8. Große und offene Gesten und du wirkst selbstsicher.
  9. Durchgedrückte Knie und du wirkst steif.

Aber auch deine Eigenwahrnehmung ist entscheidend. Es geht hier eben auch um Selbstvertrauen im Gespräch, und das wird, wie du ja weißt über den Körper ausgestrahlt!

  1. Körperliche Aufrichtung führt zu mehr Selbstsicherheit.
  2. Eine hohe Muskelspannung führt zu mehr Präsenz.
  3. Lächeln hebt die Stimmung.
  4. Offene  Augen erhöhen die Aufmerksamkeit.
  5. Ein tiefer Atemzug baut Spannungen auf.
  6. Schwungvolles Gehen erhöht die Merkfähigkeit.
  7. Kräftiges Klatschen macht wach.
  8. Kurzes, kräftiges Anspannen der Muskeln und anschließendes Lösen unterstützt die Gelassenheit.
  9. Positive Gedanken führen zu weicheren Körperbewegungen.

Wenn du noch mehr über nonverbale Kommunikation wissen willst, empfehle ich  dir dieses Video:

https://www.youtube.com/watch?v=8-3ywrAoMII

Demnächst möchte ich noch etwas tiefer in das Thema nonverbale Kommunikation einsteigen und einen Artikel über „das Lügen“ und „Lügen erkennen“ machen. Denn eines steht fest. Einen Lügner kann man immer von einem Wahrsager unterscheiden. Wenn ihr darüber mehr wissen wollt, dann lasst es mich wissen. Vielleicht ja in den Kommentaren.

PS: Wenn du mehr über die Kommunikation in der Partnerschaft wissen willst, dann schau doch mal hier rein!

Wie steht es um deine Kommunikations-Fähigkeiten?
Möchtest du über effektive Kommunikation gerne mehr erfahren?

Dann gibt uns nachfolgend doch einfach ein Feedback!

 

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Kommentare (5)

  1. Markus

    Hallo zusammen, toll finde ich Eure Newsletter und Euren Autritt im Internet. Selbst als Coach tätig weiss ich, wie viel Engagement in Eurer Arbeit steckt. Herzliche Gratulation und weiterhin viel Erfolg. Vielleicht begegnen wir uns ja gelegentlich einmal persönlich…?
    Herzliche, kollegiale Grüsse vom Bodensee
    Markus J. J. Jenni

  2. Werner

    Ich finde deinen beitrag echt super und was mich am meisten freut ist das ich in vielen Dingen genau so denke, das einzige Problem ist das ich mit meiner Ehefrau nicht über alles so offen reden kann, weil sie mir da einfach abblockt, aber ich werde mir euren Tip für die Partnerschaft noch genauer durchlesen, vielleicht habt Ihr da eine Lösung für mich drin.
    Bin schon auf Euren nächsten Neswletter gespannt.
    Werner

  3. Stefan

    Hi Volker,

    hilfreiche Betrachtungen, schön zusammengestellt.

    Weiteres über „das Lügen“ und „Lügen erkennen“ würde mich auch sehr interessieren, da ja meine gegenwärtige, „arbeitslose“ Situation genau daraus entstanden ist, dass ich die Lügner (auch noch die ganz großen ..) erst so spät erkannt habe .. 😉

  4. Mike

    Lügner….Lügen erkennen. Wenn es da was tolles gibt bin ich auch sehr interessiert daran!!! Freue mich schon darauf!! Schönen Sonntag

  5. Rosemary Schmidli

    Ich finde deinen Tipps super, ich werde Deinen Tipps folgen.
    Vielen, vielen. vielen Herzlichen Danke schön.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg und Liebe

    Mit freundlichen Grüssen

    Rosemary Schmidli

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