31. Dezember 2013 vk.admin

Mobbing – Was tun, wenn das Leben zur Hölle wird?!

Mobbing
Mobbing
, das klingt für die meisten wie ein Relikt auch alten Kindertagen. Mobbing, das klingt nach Neckereien zwischen Heranwachsenden. Mobbing ist aber viel mehr als das und wer einmal Opfer eines Mobbers wurde, der weiß genau hier hört der (Kinder-)Spaß auf.

Mobbing-Opfer finden sich in allen Altersklassen, die Mobber aus der Schule machen in der Ausbildung, im Studium, auf der Arbeit, sogar in der Beziehung genau da weiter, wo sie damals nie aufgehört haben.

Cyber-Mobbing,  Mobbing in der Schule, Mobbing am Arbeitsplatz. Mobbing  im öffentlichen Dienst. Es gibt fast keinen Ort wo Menschen nicht Opfer von Attacken werden, die weit über einen Schabernack heraus gehen. Leider wird das Thema Mobbing von Betroffenen wie Tätern allzu oft heruntergespielt.

„Man muss sich ja nicht verstehen!“

„Ach, der meint das nicht so!“

„Ist doch nicht so schlimm!“

Aber Mobbing ist so schlimm und vor allem ein so großes Thema, dass wir uns heute ausführlich damit beschäftigen wollen. Denn schon die kleinste Mobbing-Attacke kann einem Menschenleben einen gehörigen Knacks verleihen. Mobbing ist eine Stressbelastung, es wirkt sich direkt negativ auf das körperliche und seelische Befinden aus, ja, es ist kein dummer Scherz.

Vielleicht wirst auch du hin und wieder Opfer der gefährlichen Speerspitzen oder vielleicht solltest du immer mal wieder auf deine Wortwahl achten. Gründe sich den heutigen Artikel zu Gemüte zu führen gibt es wahrlich genug. Einer davon lautet:

Statistiken zufolge werden etwa eine Million Berufstätige in Deutschland gemobbt oder leiden extrem unter  dem Mobbing.

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Mobbing: Was heißt das eigentlich genau?

Mobbing  hat bestimmt jeder schon mal gehört, und wohl jeder weiß, dass der Begriff aus dem Englischen kommt. Was auch jeder weiß, ist, dass Mobbing so viel bedeutet wie: jemanden bedrängen, anpöbeln, über ihn herfallen, ihn fertig machen. Was nicht jeder weiß, ist, wie schnell man selbst in den Strudel kommen kann. Den wir Menschen sind keine Inseln, wir wollen gemocht werden und wenn dieser Wunsch zu groß wird und das jemand ausnutzt, ist der Schritt bis zum Mobbing nicht mehr weit. Klar, ein mehr oder weniger schlechtes Betriebsklima, eine kurzfristige Verstimmung oder ein kurz aufflammender Konflikt sind noch kein Mobbing, aber ich bin mit solchen Definitionen sehr vorsichtig, vor allem wenn es um Gefühle geht. Ich möchte Mobbing niemals instrumentalisiert wissen. Immer wenn sich jemand wegen einem  anderen Menschen sehr schlecht fühlt, ist das nicht gut. Punkt. Egal welchen Begriff der Richter dafür finden würde.

Eine weitere Definition von Mobbing ist, dass das Opfer mindestens einmal wöchentlich über einen Zeitraum von einem halben Jahr hinweg angegriffen, angefeindet, schikaniert oder diskriminiert wird. Nur steht niemand mit der Stoppuhr da und sagt: Jetzt ist ein halbes Jahr vorbei, jetzt ist es Mobbing. Egal wann und egal wo: Egal ob ein Jahr, eine Woche, ein Monat, egal ob Cybermobbing, Mobbing am Arbeitsplatz oder Mobbing an Schulen – es ist immer der richtige Moment sich zu wehren.

Schauen wir uns kurz an wie Mobbing aussehen kann und welche Indizien nicht missachtet werden sollten.

  • über das Mobbing-Opfer werden böse und verletzende Gerüchte und Geschichten in die Welt gesetzt.
  • wichtige Unterlagen sind plötzlich unauffindbar
  • das Mobbing-Opfer wird ausgeschlossen (Kontakt- und Informationsverweigerung)
  • dem Mobbing-Opfer wird deutlich zu verstehen gegeben, dass man unerwünscht ist.
  • abschätzige Blicke gehören zu Tagesordnung
  • kleine Versäumnisse und Fehler werden zu größer gemacht als sie sind

Aber das ist nicht alles:

  • auch Gewaltandrohungen sind keine Seltenheit
  • verletzende und beschämende Beleidigungen
  • hinter oder vor dem Rücken wird sich über Fehler lustig gemacht.

Und was lernen wir daraus? Jeder, egal ob Mann oder Frau kann gemobbt werden, und schon die ersten kleinen Anzeichen können einem großen Plan folgen. So oder so darf man Ungerechtigkeiten nicht hinnehmen. Die Schäden, die das Mobbing-Opfer davon trägt sind viel zu groß und weitreichen, um sie zu ignorieren. Ich weiß, es ist nicht einfach, wenn man erst einmal in diesem Teufelskreis ist, aber es muss eben immer einen Ausweg geben. Resignation hat hier überhaupt nichts verloren.

Mobbing schadet aber nicht nur der Psyche und dem Selbstvertrauen es untergräbt auch die Autorität vor anderen. Aber damit nicht genug. Mobbing sorgt dafür, dass die Leistungsfähigkeit sinkt, die Konzentrations- und Merkfähigkeit nachlassen und die Betroffenen Angst haben, zur Arbeit zu gehen, oder unmotiviert oder depressiv sind.

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Mobbing: Erste Alarmsignale

Noch mal zusammengefasst, die ersten Alarmsignale für drohendes Mobbing.

  • Gespräche verstummen plötzlich, wenn man sich nähert.
  • Der Gruß wird nicht mehr erwidert.
  • Es werden doofe Andeutungen gemacht und  plötzlich sind falsche Gerüchte in der Welt.
  • Einem wird bewusst aus dem Weg gegangen.
  • Man wird nicht mehr über betriebliche Belange informiert, und so allein im Regen stehen gelassen.
  •  Aussagen werden verfälscht.
  • Die Zusammenarbeit wird verwehrt.
  • Eine Art unsichtbare Mauer wird errichtet.
  • Man wird weggeschoben d.h. man schiebt einem  eine Arbeit, die nicht wichtig ist zu oder verbannt den Arbeitsplatz in eine unattraktive Ecke der Firma.

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Mobbing: So kann man sich wehren

Kommen wir nun also zur alles entscheidenden Frage: Wie geht man mit Mobbern um? Was kann man gegen Mobbing am Arbeitsplatz, Mobbing in der Schule oder Mobbing im Cyberspace tun?

Ich habe hier 6 mögliche Strategien zusammengefasst:

1. Die Konfrontation
Eine Möglichkeit ist es den Mobber direkt auf sein Fehlverhalten anzusprechen und ihn zur Rede zu stellen. Das klappt natürlich am besten unter vier Augen, denn auch der größte Mobber sucht immer gerne den Schutz der Masse. Das gibt dem Mobber die Möglichkeit sich zu rechtfertigen, ohne dass sofort ein gewaltiger Streit ausbricht

2. Die Frage nach dem warum
Frage direkt nach, wenn Kollegen oder Mitschüler in deiner Gegenwart verstummen. Ich weiß, das klingt jetzt extrem schwierig und kostet sehr viel Überwindung, aber es ist der beste Weg. Wer sich klein macht, wird auch klein gehalten. Wer offensiv mit Konflikten umgeht, verschafft sich Respekt und außerdem weißt du dann woran du bist.

3. Sei selbstsicher
Mal ehrlich, warum sind Mobber, Mobber? Ich sag dir warum. Weil sie selbst kein Selbstwertgefühl haben. Sie fühlen sich nur stark, wenn andere schikaniert werden. Deswegen kann der Weg aus diesem Teufelskreis nur der selbstsichere Umgang damit sein. Wer  seinem Mobber stark entgegentritt und klar macht, dass man dieses Spiel nicht mehr mitmacht und das perfide Mobbing nur der eigenen Unzulänglichkeit geschuldet ist, wird fast immer Erfolg haben.

4. Hol dein Handy raus
Ich weiß es klingt nach NSA und Prism, aber es kann sehr hilfreich sein Gespräche und Situationen, in denen gemobbt wird mitzuschneiden. Die meisten Außenstehenden glauben erst, wenn sie Beweise haben. So dokumentierst du nicht nur die Mobbing-Attacken für Gespräche mit z.B. der Geschäftsleitung, sondern schreckst den Mobber auch ab. Wenn im Internet gemobbt wird, kann man immer versuchen den anderen User sperren zu lassen oder gar anzuzeigen.

5. Das Mobbing Tagebuch
Auch ein Tagebuch, in dem du die Angriffe und Attacken festhältst kann hilfreich sein. So hast du einen Überblick und die Trümpfe in der Hand, wenn es um das Thema Beschwerde bei der Firmenleitung geht.

6. Sei nie allein
Wir haben ja bereits gelernt, dass Mobber Feiglinge sind. Deswegen werden sie auch nur selten in der Öffentlichkeit Mobben. Deswegen solltest du dafür sorgen, dass ihr nie alleine seid. Außer natürlich du willst ihm oder ihr die Meinung sagen.

Zum Abschluss möchte ich dir noch eins mit auf den Weg geben. Nur weil ein Mensch dich doof findet, heißt das nicht, dass du anderen nicht wichtig bist. Hole dir bewusst Unterstützung bei Freunden, Kollegen oder in Gruppen.  Auch wir reden in unseren Seminaren bei Bedarf immer wieder über Mobbing und seine Folgen.  Du solltest niemals verstummen und versuchen das Mobbing  alleine durchstehen zu wollen.

Ein letzter Tipp:
Wenn du mal wieder weder aus noch ein weißt, dann denke daran, der Mobber ist ein armes Würstchen, der sich nicht anders behelfen kann. Denke immer: Der oder die Arme! Ganz schön armselig! Das hilft, glaube mir! Du schaffst das!

 

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Kommentare (4)

  1. Christian

    Vielen Dank für diese Tipps!

    Da ich derzeit sowohl in der Firma gemobbt , als auch mit Cyber-Mobbing attackiert werde, kommen mir diese Tipps serh gelegen. Tatsächlich gehöre ich zu denjenigen, die nicht wirklich über genügend Selbstvertrauen verfügen. Daher fällt es mir auch schwer, diejenigen, von denen ich gemobbt werde, entsprechend zu konfrontieren.

    Ich war eben auf eurere Seite http://www.iks-mastertraining.de – macht das Seminar hier auch Sinn? Werde mich nochmals per Mail melden, ist vielleicht persönlicher.

    Den Tipp mit dem „Handy“ werde ich in jedem Fall sofort umsetzen.

    Gruß Christina

    • Volker Knehr

      Hallo Christian.

      Vielen Dank für dein Kommentar. Mobbing ist ein echter Albtraum, aber dagegen kann man etwas tun. Um deine Frage zu beantworten: „Ja, das IKS Mastertraining ist geradzu IDEAL um zu einem unerschütterlichen Selbstvertrauen zu gelangen.

      Schau dir bei Bedarf einfach mal die Teilnehmerberichte an, dort wird dies auch immer wieder bestätigt.

      Alles Gute und vielleicht bis bald! 🙂

      • Tanja

        Hallo Christian, auch ich bin vor einigen Monaten gemobbt worden, von meinem Arbeitgeber mit dem ich noch dazu gemeinsam eine Firma hatte. Es hat sehr wehgetan, aber ich habe viel daraus gelernt, auch über mich. Dank dem IKS-Mastertraining und nicht zuletzt auch Volker habe ich mich das erste Mal in meinem Leben wirklich gewehrt und dem anderen sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass ich dieses Verhalten so nicht dulden werde. Ich wünsch dir alles Gute für die Zukunft und kann dir so ein Training wirklich nur empfehlen…für solche und noch viiel mehr Situationen, bei denen du über dich selbst hinaus wachsen kannst. Viele Grüße Tanja

  2. Kevin

    Hallo Christian,

    ich kann es sehr gut nachempfinden wie es dir geht. Mir ging das Jahre so und mein Schlüssel das es aufhörte war der Aufbau von Selbstvertrauen. Der Handytipp ist klasse und total empfehlenswert. Vorallem wenn du deinen Gegenüber dann damit konfrontierst und siehst wie sein Gesicht entgleitet. Zusätzlich zu dem Tipp habe ich die Tipps von dem Artikel umgesetzt. Das zusammen war sehr kraftvoll. http://www.knehr-seminare.de/blog/mentales_training/

    Ich wünsche dir, dass du für die Mobberei bald aufhört.

    Liebe Grüße vom Kevin

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