15. Januar 2014 vk.admin

Mut haben – So gehst du mutig durchs Leben!

Mut
„Mut ist nicht angeboren, jeder kann mutig sein!“ – Volker Knehr.

Ein Thema beschäftigte die Gazetten und Stammtische in der letzten Woche ganz besonders. Das Comming-Out des Ex-Nationalspielers Thomas Hitzlsperger. Zwei Worte wurden dabei immer wieder genannt. Das eine war Respekt und das andere war Mut.

Der Profi hat sich getraut. Er hat Mut gezeigt, hat mutig gehandelt, den schweren Weg gewählt, hat  sich in dieser hetero-dominierten Fußballwelt geoutet, hat es geschafft zu sich und seinem Leben zu stehen.

Und das war mutig und verdient Respekt, ganz klar.  

Klar ist aber auch, dass es Debatten darüber gibt, ob das überhaupt so etwas besonders sein sollte, im Jahr 2014. Denen sei gesagt. Ja, es ist besonders, weil hier ein Mensch so mutig war, wie selten zuvor jemand in seiner Branche.

Hitzlsperger geht es darum Mut zu zeigen, Mut zu haben, zur Wahrheit zu stehen.  Denn nicht jeder ist so mutig wie er. Viele Menschen haben ihren Mut komplett verloren. Den Mut zu sich zu stehen. Den Mut sich  seine Rechte einzugestehen. Den Mut glücklich zu sein.

Hitzlsperger will mit seiner Aktion vor allem jungen Spielern Mut machen. Dieser Ansatz gefällt mir. Manche brauchen Vorbilder, brauchen Vorreiter, die ihnen zeigen wie mutig man sein kann, ohne gleich den Kopf oder Ansehen zu verlieren.

Mutig sein heißt, sich  zu trauen, über seinen Schatten zu springen und keine Angst vor Reaktionen anderer zu haben!

Ich möchte mich heute mit dem Thema Mut beschäftigen und dir einige Tipps geben, die Mut machen. Denn wie oft müssen wir uns kalte Wasser springen, Courage zeigen, und wie oft fehlt uns dazu der Mut? Aber keine Sorge, Mut lässt sich erlernen.  Mutig sein ist eine Sache der Einstellung und des Selbstvertrauens.

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Mut – warum überhaupt?

Jeder kennt das Gefühl: Zum ersten Mal auf den Sprungbrett im Freibad. Es ist windig, das Wasser weit weg, von hinten drängen die anderen Kinder.  Es war einer der ersten Momente unseres Lebens, in dem wir mutig sein mussten. Wir stehen jetzt vielleicht nicht mehr so häufig auf dem Turm, aber tausende Situationen bringen uns Tag für Tag dieses alte Gefühl auf dem Sprungbalken zurück. Nur steht jetzt keine Bande kleiner Dreikäsehochs mehr hinter uns, die uns Mut zu sprechen, nein, jetzt sind wir alleine und fühlen uns allein gelassen.

Dabei brauchen wir ihn doch so sehr, den Mut: Immer  wenn wir etwas wagen, wichtige Entscheidungen treffen, uns trauen, für etwas einzustehen, oder uns für etwas Neues öffnen, brauchen wir Mut.

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Mut – was bedeutet das?

Immer mal wieder frage ich die Teilnehmer in meinen Seminaren was sie denn unter Mut verstehen.  Die Antworten erstaunen mich dann immer ein bisschen – aber im positiven: Für viele bedeutet Mut  vor allem eins: Authentisch zu sein und zu sich selbst stehen zu können. Das finde ich einen sehr schönen Ansatz der Mut macht. Es geht also darum die eignen Stärken zu zeigen und die Freiheit zu haben aus Fehlern zu lernen.

Ich denke dieses Gefühl, selbstbewusst, voller selbstbestimmter Stärke und Mut zu sein, ist das große Ziel, für jeden Menschen, dem es an Mut fehlt.

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Mut haben – so funktioniert‘s.

Wie gerade bereits angesprochen geht es um ein Gefühl, einen Zustand, in dem wir es schaffen mutig zu sein. Um diesen zu erreichen, muss man erst einmal herausfinden, in welchem Zustand, in welcher Lebenszone man sich gerade befindet.

In der ersten, der „Angstzone“, dominieren Sorgen und Zweifel. Geht es dir so und fehlt dir deshalb der Mut?  Dann ist es an der Zeit, dich deinen Ängsten zu stellen. Merke dir immer, deine Ängste wollen dir nichts antun, sie sollen dich warnen und beschützen. Schwächen sie dich, läuft etwas falsch. Du musst dafür sorgen, dass du sie und nicht sie dich beherrschen. Das geht ganz einfach. Frage dich: Was will mir meine Angst sagen, welches Bedürfnis steckt dahinter?

Vielleicht befindest du dich auch in der zweiten Zone, die deinen Mut klein macht. Sie ist zwar nicht schmerzhaft, dafür extrem unnütz: die Komfortzone. Frage dich: Habe ich es mir in letzter Zeit etwas zu gemütlich gemacht, und bin gar nicht mehr an meine Grenzen gegangen? Denn eines ist klar. Mutige Entscheidungen muss man in der Komfortzone nicht treffen. Dort sind Mut und selbstbewusste Entscheidungen die absolute Ausnahme. Klar sehnen wir uns nach Geborgenheit, aber auf Dauer lässt uns diese einstauben und führt uns weg von den Träumen, Vorhaben oder Dingen, die wir gern noch machen oder verändern möchten. Kennst du den absoluten Mut-Killer?

„Eigentlich wollte ich ja immer, aber …“

Das ABER hat schon viele Karrieren, Beziehungen und Leben zerstört. Wer in der Komfortzone lebt kann nur sehr schwer mutig sein. In der Komfortzone leben, heißt seine Träume, seine Meinung und seine Interessen unter den Teppich zu kehren.

Träume – für mich sind Träume die Boten unserer Sehnsüchte. Deswegen ist es so wichtig sich immer wieder zu fragen:  Was will ich unbedingt mal (anders) machen? Was habe ich mir schon lange vorgenommen, traue mich aber nicht. Diese Fragen kosten Mut – genauso die Ausführung. Ich kann es nur wiederholen die Auseinandersetzung mit sich selbst alleine ist schon wirklich mutig.

Wer seinen Mut steigern will, der muss an seine Träumen glauben. Versuche doch einfach mal einen festen Tag in der Woche zu finden, an dem du dir Zeit für deine Träume  nimmst. Dann ist der nächste  Schritt, der Schritt in die Traumzone nicht mehr weit. Erlaube dir immer wieder bewusst das Träumen. Es schult dich darin deine Wünsche und Ziele wahrzunehmen.

Eines ist klar. Wer Visionen hat und sie zulässt, wird mutiger. Im Traum spürt man schon die tolle Wirkung, die ein mutiger Schritt haben kann. So kann aus einer Idee Schritt für Schritt etwas Großes wachsen. Mut und Träumen sind ganz eng verbunden. Bliebt die Frage wie  es Ideen aus der Traumzone in die Wirklichkeit schaffen. Am besten kann man das mit einer Selbstvertrauenszone beschreiben,  in der Kraft getankt wird. Für mich ist es klar, Selbstvertrauen wirkt wie ein Mut-Verstärker.

Steigere dein Selbstvertrauen und du steigerst deinen Mut!

Zum Thema Selbstvertrauen haben wir übrigens viele hilfreiche Tipps.

Mut ist keine Eigenschaft, die man in die Wiege gelegt bekommt. Mut kann man erlernen. Mutig zu sein ist ein tolles Gefühl und es kann erleichternd wirken – wie wir in den letzten Tagen ganz deutlich gesehen haben.

Sei mutig! Sei ein Vorbild! Wenn nicht für andere, dann für dich selbst!

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Kommentare (4)

  1. Katharina

    Hallo,

    es ist doch immer wieder erstaunlich wieviel Schlagzeilen so ein Outing macht. Immerhin kam Herr Hitzlsberger mehrer Tage auf die Titelseite der BILD. Letztendlich ist Homosexualität in vielen deutschen Großstädten und in der Politik völlig normal und das interessiert fast keinen mehr seit Herr Wowereit sich vor einigen Jahren geoutet hat.

    Ich finde es sehr positiv wie die Reaktion von der Presse und den Fußballspielern gegenüber Herr Hitzlsberger waren, denn seit dem Outing vom Schiedsrichter Herr Amerell im Jahr 2010 hat sich hier in der Akzeptanz in der Öffentlichkeit viel verändert. In anderen Sportarten ist man hier deutlich weiter mit der Akzeptanz, denn schliesslich gab es bereits im Jahr 2010 eine Ausstellung: Homosexualität im Sport: 100 Gesichter gegen das Schweigen.

    Wie man im dem Video erfährt, war es bei Herrn Hitzlsberger ein Bewußtseinsprozess, der es ihm letztendlich ermöglicht hat an die Öffentlichkeit zu gehen. Daher stellt sich für mich natürlich die Frage:

    Entsteht Mut durch ein Bewußtseinsprozess?

    Viele Grüße
    Katharina

    • Volker Knehr

      Hallo Katharina,

      Nein, es benötigt keinen Mut. Bewusstseinsprozesse sind nichts anderes als Umstände, Gedanken, Neigungen usw. die bis dato eben unbewusst waren. Wenn in langsamen Schritten diese Dinge an die Oberfläche treten, dann spricht man von einem Bewusstseins-Prozess. Mut wird benötigt, wenn wir unsere Neigungen dann auch leben wollen nachdem sie uns bewusst wurden. Und ich glaube, dass es dazu jeder Menge Mut bedarf, bei unserer gtößtenteils immer noch engsichtigen und verurteilenden Gesellschaft.

  2. Werner

    Also, ich sehe das mit dem Mut so, Mut entsteht aus Selbstvertrauen, Selbstvertrauen entsteht wenn ich positiv von mir selbst denke, an mich selbst glaube. Dann kann ich mutig durch die Welt gehen und wenn ich schon den einen oder anderen Kratzer abbekomme, was macht das schon? Ich mache einfach mit mir selbst weiter und deshalb bin ich auch auf diese Seite gestoßen, nein nicht zufällig sondern, weil ich auf der Suche nach mir selbst bin. Macht weiter so ist echt spannend.
    Werner

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