30. März 2012 vk.admin

Neigst du auch zu überzogenem und krankmachendem Perfektionismus?

Perfektionismus

Mit diesen 7 Power-Tipps lernst du aus dem Perfektionisten-Club auszusteigen!

Der Traum von Perfektion. Ein perfektes Leben. Eine  perfekte Familie. Ein perfektes Auto. Perfekt. Perfekt. Perfekt. Viele Menschen hegen diese Wünsche und würden wohl alles dafür machen und geben. Sie zwingen sich selbst zu ausnahmslosen Perfektionisten zu werden, die keinen Zentimeter von ihrem Weg abweichen. Nur gibt es ein kleines Problem mit diesem Streben nach der Perfektion – zumal im Leben sowieso niemals alles perfekt sein kann:

  • Perfektionisten sind niemals zufrieden!
  • Perfektionisten sind unglücklich!

Ganz recht, wer immer alles erreicht und akribisch an jeder Aufgabe sitzt, verlernt es seine Erfolge auch gebührend zu feiern. Klar ein Perfektionist ist ein Organisationstalent der Extraklasse. Perfektionisten erbringen durch ihre hohen Ansprüche herausragende Leistungen und gehören sicher zu den erfolgreichen Menschen unseres Planeten. Aber selbst, wenn Perfektionisten all das schaffen, was sie sich vornehmen, fühlen sie sich leider eben auch nicht glücklich oder nehmen ihre Erfolge nicht als solche wahr. Wenn ein Perfektionist sein Ziel erreicht, hat er schon wieder den nächsten Coup in Sicht. Nimmt sich noch mehr vor, will noch größeren Erfolg. Was dabei aber auf der Strecke bleibt, ist  das Innehalten, das Zurücklehnen und das Genießen. Verstehe mich nicht falsch, ich liebe Perfektionisten, ich liebe Menschen mit einem großen Willen und dem Hang zum perfekten Ergebnis. Aber an einem bestimmten Punkt geht es auch diesen Perfektionisten wie dem Rest. Burn-Out, kompletter Einbruch.  Wer immer nur das Beste von sich erwartet und keine Fehler zulässt bekommt ein Problem. Garantiert.

Hast du dich in diesem Streben vielleicht wieder erkannt? Bist auch du ein Perfektionist. Wenn ja, Respekt, du bist in der Lage großartiges zu leisten und hast den Willen alles zu erreichen. Dann fällt es dir bestimmt auch nicht schwer den Rest dieses Artikels zu lesen, zu verinnerlichen und später ein noch besseres, stressfreieres Leben zu führen. Denn das muss das Ziel eines chronischen Perfektionisten sein: Die Ruhe zu finden den Erfolg auch zu genießen!

Vielleicht fragst du dich jetzt: „Na und, was ist denn bitte so schrecklich daran immer der Beste zu sein und die Ansprüche zu haben in jeder Sekunde die volle Kontrolle über das Leben zu haben?“

Gar nichts, antworte ich dir.

Und dann wirst du vielleicht sagen: „Wenn ich diese Ansprüche aufgebe, werde ich zum Aufschieber, viel nachlässiger und insgesamt ein Schatten meiner selbst!“

Bitte verstehe mich nicht falsch, hohe Ansprüche an sich selbst zu haben, ist einfach wundervoll

und auch das Streben nach Erfolg ist ein gigantischer Vorteil. Du sollst ja auch nicht gleich komplett umschwenken und zum faulen Penner werden. Nein, ich möchte dich nur über die Gefahren aufklären, mit denen ein Perfektionist  – meist unbewusst – zu leben hat. Ich möchte dir zeigen wie sich dein perfektes Leben auch wirklich perfekt anfühlt! Denn mit ein paar einfachen Tipps kannst du dein Leben um einiges einfacher und schöner machen. Und zwar sofort! (Auch für alle Unperfekten sind diese 7 Tipps äußert lesenswert – man kann ja mal Träumen =) )


Tipp 1 für Perfektionisten: Sei bewusst unperfekt!

Natürlich hat jeder Perfektionist den Drang alles was er anfasst und über seinen Schreibtisch geht mit der äußersten Perfektion und dem Maximum an Ergebnis zu bearbeiten. Das kann auf die Dauer nicht gut gehen und macht irgendwann krank. Denn wer so lange nach Verbesserungen sucht, drückt niemals auf die Senden-Taste! Auch die Zeit vergeht dann wie im Flug.

Kennst du das Pareto-Prinzip, lass es dir auf der Zunge zergehen. Es besagt, dass die ersten 20 Prozent zeitlichen Inputs bereits 80 Prozent des Ergebnisses bringen.

Ob du ein Perfektionist bist merkst du übrigens daran, wenn Kunden, Partnern, Mitmenschen das Ergebnis längst genügt, du aber immer noch am Optimieren bist. Je mehr du dich in eine Sache verbeißt, um sie noch perfekter zu machen, desto mehr Zeit und Energie fehlen dir, um auch noch andere Dinge annährend perfekt zu erledigen.

Um den eigenen Perfektionismus in den Griff zu bekommen, solltest du überlegen, was die wichtigsten Ursachen für deinen Perfektionismus sind. Zum Beispiel Angst vor Fehlern, Bedürfnis nach Anerkennung, Scheu und Unlust, eine neue Aufgabe anzupacken.

Und dann versuche mal folgende Anti-Perfektionismus-Übungen:

  • Verschicke eine nicht ganz so wichtige E-Mail, ohne sie vorher noch einmal durchzulesen.
  • Setze dir für die Bearbeitung einer Aufgabe ein Zeitlimit. Wenn die Zeit abgelaufen ist, prüfe dein Ergebnis und optimiere es nur weiter, wenn gravierende Gründe dafür sprechen.
  • Sei immer wieder bewusst nicht perfekt.

Überprüfe dann das Feedback auf diese Anti-Perfektionismus-Übungen. Ich garantiere dir, es wird kaum einem auffallen und du wirst immer noch für deine tolle Arbeit gelobt werden.

Das gibt dir bestimmt genügend Mut, dich auch weiter bewusst zu entscheiden, wann du ein nahezu optimales Ergebnis erreichen willst und wann du mit einem einfach nur guten Ergebnis zufrieden sein kannst.


Tipp 2 für Perfektionisten: Liebe dich selbst!

Wer seinen ausgeprägten Perfektionismus in gesunde Bahnen lenken will, muss vor allem eines lernen: Sich selbst so anzuerkennen, wie man gerade ist.

Du darfst unperfekt sein, du darfst Fehler machen und bist trotzdem noch ein wundervoller Mensch. Du weißt doch, aus Fehlern lernt man. Und auch wenn du deiner Perfektionismus Vision von einem besseren Selbst stetig hinterherrennst, denke immer daran: Du bist garantiert mehr wert als nur einfach die rohe Summe deiner Leistungen und Taten.

Du magst doch Menschen auch unabhängig von ihren Errungenschaften im letzten Quartal. Also fang doch mal an auch dich selbst zu lieben und anzuerkennen. Mache dir bewusst: Ausnahmslos jeder Mensch hat Makel und macht Fehler. Keiner von uns ist perfekt. Das ist vollkommen normal und wenn die andern das dürfen, dann kannst du als Perfektionist das auch!

Ich weiß jeder von uns hat diesen „inneren Kritiker“ in sich, der gerne alles, was wir tun, kritisiert und verhöhnt.  Bei vielen Menschen ist dieser Richter nur ein kleines Tier, aber bei Perfektionisten ist er das beste Pferd im Stall und lauteste Stimme des Unterbewusstseins. Um mit deinem inneren Kritiker besser zurechtzukommen kannst du lernen konstruktive Selbstgespräche zu führen.

Frage dich doch einfach mal wie du dich fühlen würdest, wenn du dich öfter und stärker selbst anerkennen könntest?


Tipp 3 für Perfektionisten: Vergiss deine erhöhten Ansprüche!

Ich möchte dass du dir folgende Frage stellst: Hast du für die an dich selbst gestellten Ansprüche eine Art „Perfektionismus Vorbild“ aus dem realen Leben? Gibt es eine Person, die in deinen Augen perfekt ist? Oftmals konstruieren wir uns unsere Vorbilder ja aus vorgegebenen Idealen, die wenig mit der Realität zu tun haben. Und jetzt frage dich doch einmal: Wie viele Menschen mit perfekter Figur, Glück in der Partnerschaft und Erfolg im Beruf zählst du zu deinem Bekanntenkreis? Wenn du nicht gerade in Hollywood lebst, wirst du wohl mit „kaum jemand“ antworten.

Weshalb fühlst du dich also schlecht, wenn du selbst diese Kriterien nicht erfüllen kannst. Es ist so gut wie unmöglich, überhöhte Ansprüche dauerhaft zu erfüllen, ohne dass es die dir Unmengen an Energie und Kraft kostet. Es ist ein Ammenmärchen: Menschliche Perfektion existiert nicht, also verabschieden dich von dem Anspruch, perfekt sein zu können. Jeder Tag hat eben nur seine berühmten 24 Stunden, und auch ein Perfektionist muss schlafen und essen,  auch ein Perfektionist muss mit seinen Ressourcen haushalten und auch ein Perfektionist muss sich Prioritäten setzen.

Frage dich doch mal, wie dein Leben wäre, wenn du deine überhöhten Ansprüche durch solide und realistische Ansprüche ersetzen würdest?


Tipp 4 für Perfektionisten: Effizient ist das neue perfekt!

Es ist glaube ich kein Geheimnis: Perfektionisten sind Meister im Energieverschwenden. Klar, Perfektionisten erzielen hunderte Male im Jahr herausragende tolle Ergebnisse, die sie jedoch unverhältnismäßig viel Kraft kosten. Ein Perfektionist arbeitet lieber noch die Nacht durch, statt unperfekte Arbeiten abzuliefern. Erinnere dich doch mal kurz an das Pareto-Prinzip: 80 % unserer Erfolge werden von nur 20 % unserer Anstrengungen verursacht.

Der Clou: Für die restlichen 20 % unserer Erfolge verwenden wir aber 80 % unserer Kraft. Wenn das nicht ineffizient und kraftraubend ist, weiß ich auch nicht mehr. Perfektionisten sind übrigens auch Meister im gestresst sein. Und wie wir seit Jahren alle wissen, macht Stress krank und ausgebrannt! Setze deine Ressourcen also lieber klug ein. Ab jetzt gilt das Motto: So gut wie möglich! So perfekt wie nötig!

Frage dich doch mal, was die 20 % in deinem Leben sein könnten, die die 80 % deines Erfolgs ausmachen? Für welche Erfolge musst du die meiste Energie aufwenden?


Tipp 5 für Perfektionisten: Kenne den richtigen Maßstab!

Vorhin habe ich dich nach deinem Perfektions-Vorbild gefragt. Denke nun daran. Stelle es dir ganz genau vor. Und dann stelle dir die Frage ob es auch wirklich der Realität entspricht und nicht vielmehr nur auf einer sehr guten Fassade aufgebaut ist. Wenn du ein reales Perfektions-Vorbild im Kopf haben solltest, dann gebe dieser Person auf einer fiktiven Punkteskala von 0 bis 10 den „Perfektions-Maximalwert“ von 10.

Wenn dein Vorbild eine glückliche Familie hat, finanziell wohlhabend ist und einen tollen Beruf hat vergibst du 10 Punkte. Überlegen dann einmal, wie eine Person sein müsste, die genau das Gegenteil davon ist und einen Punktewert von 0 erreicht. Arbeitslos, geschieden, ohne Aussicht auf Besserung? Überlegen dir dann, was du selbst erreichen müsstest, um auf dieser Skala 8 Punkte zu erzielen.

Ich bitte dich, sei doch ab jetzt effizient statt perfektionistisch und versuche nur die 80 % zu verwirklichen, also die 8 Punkte auf Ihrer Skala zu erreichen. Dies ist ein bestimmt das gesündeste Maß, an dem du dich in Zukunft orientieren kannst.

Frage dich: Was würde passieren, wen du dich nicht mehr so stark an gesellschaftlichen Vorbildern und Idealvorstellungen orientieren würdest, sondern mehr auf deine eigene Bedürfnisse schaust?


Tipp 6 für Perfektionisten: Genieße deine Siege!

Dies ist der wichtigste Tipp für einen Perfektionisten: Du musst lernen deine Erfolge bewusst wahrzunehmen und sie zu genießen. Nur wenn du deine Erfolge auch als solche wahrnehmen kannst, erkennst du eigene Leistungen auch wirklich an.

Beantworte dir doch einmal schriftlich folgende Fragen:

  • Was musste ich tun, um ___________________ zu erreichen?
    (Schreibe jeden einzelnen Schritt auf deinem Weg zum Ziel auf und benutzen dabei so viele Verben wie möglich.
  • Hätte jeder andere das genauso gut hingekriegt?
  • Wo stand ich bezüglich meines Ziels vor 2 Jahren?

Wenn du nach der Beantwortung dieser Fragen das tolle Gefühl in dir aufstiegen fühlst, dass du etwas Tolles geleistet hast, klopfe dir auf die Schulter, mache dir ein Bier auf (oder was immer dich in gemütliche Stimmung versetzt) und genieße deinen Erfolg!

Gehe in Gedanken einmal die Momente der Freude durch, die du auf dem Weg zum Ziel und beim Erreichen des Ziels hattest. Schwelge ruhig ein paar Momente in Erinnerungen. Sei mit dir zufrieden. Belohne dich für deine Leistungen mit etwas, wobei du dich so richtig gut entspannen kannst. Tu es für dich!


Tipp 7 für Perfektionisten: Lerne ruhig zu bleiben!

Gelassenheit ist eine Tugend die die wenigsten beherrschen. Vor allem Perfektionisten lehne sie regelrecht ab. Das muss sich ändern.

Eine Möglichkeit:
Übe Gelassenheit, indem du pro Woche einen „Schlendrian-Tag“ machst, an dem du absichtlich unperfekt bist. Du schlüpfst für diesen einen Tag in eine vollkommen andere Rolle. Du tust die Dinge dann nicht so perfekt wie gewöhnlich, sondern machst sie gerade mal so gut, dass du mit Biegen und Brechen gerade noch damit leben kannst.

Mache alles, was du tust, bewusst unperfekt und übe damit gelassen umzugehen. Setzte deine Entscheidungen dafür ruhig auch mal in einen größeren Kontext und frage dich: Wie wichtig ist es eigentlich für mein Leben, dass mich jeden Tag so aufbrezeln muss?

Und vergesse bitte ab dem heutigen Tag nie mehr: Dein Wert als Person hängt definitiv nicht von deinen Erfolgen und Taten ab.


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