24. August 2016 vk.admin

Vom Beruf zur Berufung. Die besten 9 Tipps, um deine wahre Bestimmung zu finden.

 

 

„Als ich etwa 17 Jahre alt war, begegnete mir dieser Satz: ‚Wenn du jeden Tags lebst, als ob es dein letzter wäre, wirst du dich eines Tages auf dem richtigen Weg befinden.‘ Ich war unglaublich beeindruckt, und seitdem, in den letzten 33 Jahren, trat ich allmorgendlich vor den Spiegel und fragte mich selbst: ‚Würde ich das tun, was ich heute tun werde, wenn dieser Tag der letzte meines Lebens wäre?‘ Lautete die Antwort nur allzu oft ‚Nein‘, so wusste ich, dass ich etwas ändern sollte.“ (aus: Steve Jobs, Commencement Address 2005) >> Vom Beruf zur Berufung hier das Original

Was ist deine Antwort auf diese Frage, die für Steve Jobs so bedeutend war? Wie oft stehst du morgens mit dem Gedanken auf, dass dir ein Tag voller Glück, erfüllten Lebens oder brennender Leidenschaften bevorsteht? Oder ein Tag, der dich ein paar Schritte mit deinem Lebenswerk voranbringt?

Dieser Artikel zeigt dir, wie du deinem inneren Ruf – deiner Berufung – ein ganzes Stück näherkommen kannst. Denn jeder zweite Deutsche würde all diese Fragen verneinen. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „Jobzufriedenheit 2015“ eines großen deutschen Personaldienstleisters. 49% der Angestellten sind unzufrieden, fühlen sich wertlos, schleppen sich Tag für Tag auf Arbeit – meist auch mit dem unerfüllten Wunsch nach mehr Anerkennung und Wertschätzung. Möchtest du endlich etwas in deinem Leben verändern?

Neun Tipps helfen dir, deine wahre Berufung zu finden.

Oft fragen wir in Vorträgen unsere Teilnehmer, ob sie ihrem Job gern nachgehen. Viele heben dabei den Arm. Daraufhin fragen wir, ob sie bereits mit 65 in Rente gehen vom-beruf-zur-berufung-rahmen-263würden. Erneut melden sich viele. Ist das nicht paradox? Wie ist das möglich? Wenn ich eine erfüllende Tätigkeit ausübe, möchte ich doch niemals damit aufhören? Dann würde ich sie sogar noch tun, wenn ich kein Geld dafür erhielte? Tatsächlich ist klassische Erwerbsarbeit für einen riesigen Teil der Menschen nur ein Mittel zum Zweck.

Arbeit wird als notwendig angesehen, um das eigene Leben und die Familie zu finanzieren. Und wer seinem Beruf nur nachgeht, um Geld zu verdienen, fühlt sich irgendwann zwangsläufig chronisch gestresst, ausgelaugt, gar wertlos. Notwendigkeiten sind immer auch extreme Einschränkungen deiner Freiheit.

Doch selbst klassische Erwerbsarbeit bedeutet nicht, sich jeden Morgen aus dem Bett quälen zu müssen oder sich Montags bereits dem Wochenende entgegenzusehen. Es geht eben auch anders.

Das Zitat zu Beginn gab Steve Jobs 2005 den frisch gebackenen Absolventen der Stanford University vor dem Eintritt ins Erwerbsleben mit auf den Weg. Steve Jobs – selbst war er unter den zahlreichen amerikanischen Topmanagern, deren fesselnde Reden mit Herz und Leidenschaft riesige Veranstaltungssäle mitreißen.

Zweifelsohne gehörte er zu den charismatischen Persönlichkeiten, denen man deutlich anmerkt, wie stark sie für ihr Engagement brennen. Persönlichkeiten, die offenbar ein Lebenswerk vor Augen haben.

Und was ist deine Lebensaufgabe? Wenn du zu jener Hälfte der Deutschen gehörst, die sich noch nicht auf den Weg gemacht haben, ihre echte Bestimmung zu finden, sind die folgenden neun Tipps für dich gedacht.


1. Reflektiere dein bisheriges Leben

Rufe dir die bisherigen Höhepunkte deines Lebens in Erinnerung. Welche Erfolge, Errungenschaften, wunderbaren Momente des Glücks, positiven Lebensabschnitte oder herausragenden Tage fühlen sich rückblickend richtig gut an? Was würdest du gern wieder genau so machen oder noch einmal erleben?

Jeder kann in seinem Leben eine Zeit benennen, die mit unvergesslichen persönlichen Erlebnissen verbunden ist. Mache dir bewusst, warum diese Erinnerungen so schön sind – wie sie dich geprägt haben – und was du vielleicht daraus lernen kannst.

Auch die Momente des Scheiterns gehören zum Leben. Misserfolge und Verluste prägen uns gleichermaßen wie unsere Erfolge, wir wachsen an ihnen und lernen aus unseren Fehlern. Erfasse also auch deine prägendsten Misserfolge, und, viel wichtiger – warum sie in deinem Leben so wichtig waren oder welche Kurswechsel daraus resultierten.

Ziehe nun eine vorläufige Bilanz. Diese Überlegungen unterstützen dich dabei, für dich selbst zu klären, an welcher Stelle du dich in deinem Leben befindest, was du noch erreichen oder weiterhin so handhaben möchtest wie in deinem bisherigen Leben.


2. Werde dir bewusst, wie und wo du gebraucht wirst

Jeder Mensch ist einzigartig und hat einen nicht zu ersetzenden Wert. Sobald du genau weißt, in welchem Bereich du etwas leisten kannst, was von der Gesellschaft gebraucht wird, bringt dich das einen großen Schritt weiter in Richtung deiner Berufung. Auf welche Art und Weise kannst du diese Welt potentiell etwas bereichern?


3. Auf welchem Gebiet verfügst du über überdurchschnittliche Fähigkeiten?

Niemand möchte sich permanent zu etwas gezwungen sehen, das den eigenen Fähigkeiten völlig widerstrebt. Im Gegensatz dazu wirst du Tätigkeiten, in denen du vielleicht herausragende Resultate hervorbringst, als enorm erfüllend empfinden. Stelle dir in diesem Sinne die Frage, worin deine besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten bestehen, die dich von anderen abheben oder welche Begabungen und Talente dich auszeichnen.


4. „Passt“ deine gegenwärtige Arbeit zu dir?

„Passt“ bedeutet nicht, dass dich deine Arbeit bereits glücklich macht und erfüllt, dann würdest du diese Tipps wahrscheinlich ohnehin nicht lesen. Ziehe stattdessen auf Grundlage der beiden vorangegangenen Tipps ein Fazit, ob du dich in einer Arbeit wiederfindest, die deinem Typ Mensch entspricht.

Wer eher ein naturwissenschaftlicher Forscher ist und lang im Hintergrund an Problemlösungen tüfteln kann, dafür aber weniger spontan, schlagfertig und redegewandt ist, wird als Pressesprecher eines international agierenden Großunternehmens keine große Freude haben.


5. Welche Sehnsüchte schlummern in dir?

Was war in jungem Kindesalter deine Antwort auf die Frage, was du werden wolltest? Feuerwehrmann, Tierpflegerin, Pilot, Krankenschwester? In der Regel scheinen diese Wünsche, einmal im Erwerbsleben stehend, sehr irreal zu sein, dennoch geben sie Aufschluss über die Träume und Sehnsüchte in unserem tiefsten Inneren, wenn du dir bewusstmachst, warum genau das dein Traumberuf war.

Angenommen, du hättest noch drei, vier weitere Leben – wie würdest du diese gestalten? Was sind deine Visionen?


6. Was macht dich glücklich?

Die vielleicht einfachste und doch wichtigste Frage. Was wäre deine spontane, unvermittelte Antwort auf die Frage, was dich wirklich glücklich macht – und wofür du jeden Morgen hochmotiviert aufstehen würdest.


7. Gehe deinen eigenen Weg

Nicht selten sind unsere Lebenswege weniger von unseren eigenen Träumen und Visionen geprägt als von denen unserer Mitmenschen. Wir beschreiten Pfade, auf denen andere uns sehen wollen. Wir treffen lapidar Entscheidungen aufgrund gesellschaftlicher Normvorstellungen, von Wertmustern und Rollenerwartungen. Wir machen etwas so, weil man es eben so macht.

Oft genügt es bereits, sich vor der einen oder anderen wegweisenden Entscheidung selbst die Frage zu stellen: Gründen sich meine Überlegungen tatsächlich auf den Träumen und Wünschen in meinem tiefsten Inneren oder entscheide ich so, wie andere es von mir erwarten? Stellst du dir dann und wann diese Frage, wirst du schnell bemerken, dass die Diskrepanz zwischen Rollenerwartung und eigenen Bedürfnissen durchaus gewichtig sein dürfte.


8. Setze dir Ziele

Wer keine Etappen, Meilensteile oder Ziele vor Augen hat, ist zwangsläufig dem Dauerzustand von Selbstzweifeln, Unsicherheit und gefühlter Stagnation geweiht. Ohne konkrete Ziele wirst du keine Erfolgserlebnisse haben, aber genau dieses Gefühl, etwas erreicht zu haben, Stolz zu sein und einen Fortschritt markieren zu können, gehört zu den unabdingbaren Faktoren einer erfüllenden Tätigkeit.

Hast du dich schon einmal gefragt, warum dich deine Arbeit offenbar träger macht als ein nasser Sandsack?

Warum du um 7 Uhr morgens schon den Feierabend herbeisehnst? Die Antwort ist so simpel wie eindeutig: Wenn es an echten, sinnstiftenden Zielen fehlt, wirst du deiner Arbeit paradoxerweise kaum mit einer anderen Intention nachgehen, als dich alsbald in den Feierabend flüchten zu wollen. Versuche daher, lohnenswerte und doch realistische Ziele zu schaffen, mit denen du dich vor allem identifizierst.

Die schönen Zielvorgaben, die der Chef beim letzten Meeting an die Flipchart gekritzelt hat, sind nichts weiter als Papierverschwendung, wenn doch die gesamte Belegschaft weiß, dass das geforderte Umsatzwachstum von 15% ohnehin ausbleiben wird.


9. Habe Geduld

Du wirst deine Berufung nicht von heute auf morgen finden. Diese Tipps geben dir eine grobe Richtung und stoßen einen Denkprozess an, an dessen Ende eine unglaublich erfüllende Tätigkeit stehen kann. Vergiss nicht: Es geht um Entscheidungen, die nicht selten dein ganzes Leben in neue Bahnen lenken können. Du wirst den richtigen Zeitpunkt für einen Kurswechsel selbst spüren, wenn du dich von inneren Zwängen löst.

Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass sich eine Berufung nur mit Leidenschaft finden und umsetzen lässt und niemals halbherzig. Hast du einmal deine Lebensaufgabe gefunden, so wirst du bemerken, wie erfrischend eine Tätigkeit sein kann, die aus eigenem Antrieb, also aufgrund intrinsischer Motivation, erfolgt.

Und nicht zuletzt dein Selbstvertrauen wird sich merklich verbessern, sobald du einer Arbeit nachgehst, die dich nicht von dir selbst entfremdet. Idealerweise wirst du „Arbeit“ gar nicht mehr als klassische, aufreibende Arbeit begreifen, sondern erfüllende Beschäftigung.

Du wirst Arbeit nicht mehr als unvereinbaren Gegenpol von Freizeit und Freiheit begreifen. Diesem Ziel bist du nun mit Sicherheit einige Überlegungen nähergekommen. Vielleicht sind ja gar nicht so viele Kursänderungen notwendig?

„Was immer du tun kannst oder träumst zu können, fang damit an. Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich.“ (Goethe)

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Kommentare (6)

  1. Frank Hofman

    Hallo Volker,
    Bin auch gerade dabei die Berufung zu finden, die mich ausfüllt und glücklich macht.
    Ich weiß auch bereits die Richtung und halte aufmerksam jeden Tag beide Augen offen.
    Danke für die Tipps.
    Frank

  2. Ulla

    Durch meine Ausbildungen bei Knehr-Seminare habe ich unter anderem auch meine berufliche Berufung gefunden.
    Dafür nochmals 1000 Dank!

    Herzlichen Gruß
    Ulla aus Berlin

  3. Hartmut21

    Genau diese Erfahrungen habe ich gemacht und daraus auch die Schlussfolgerungen gezogen um im leben weiter zu kommen! Es ist dabei immer nicht leicht mit Konsequenz die Veränderung war zu nehmen .um zu setzen bzw. zu realisieren! Hartmut21

  4. Markus

    Bin auch gerade an einer Situation in meinem Leben angekommen, wo ich auf der Suche bin, meiner wahren Berufung nachzugehen. Ich danke dir Volker und deinem ganzen Team für diesen Blog. Ich habe in dieser Woche wieder einige Rückschläge erfahren dürfen und meine Motivation war bis vor kurzem an einem erneuten Tiefpunkt angelangt. Durch euren Blog habe ich wieder neuen Mut gefasst, mein Ziel und die daraus resultierende Berufung doch noch zu finden.

    Vielen Dank dafür und herzliche Grüße
    Markus

  5. Antje

    Hallo Volker,
    ich bin beeindruckt, wie du diese komplexe Fragestellung auseinandernimmst und klar und einfach diese 9 Punkte formulierst, .Ich bin gespannt, was ich entdecken werde…
    Vielen Dank!
    Herzliche Grüße
    Antje

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