9. März 2014 vk.admin

Von Liebeskummer und der Kunst loszulassen.


LiebeskummerLiebeskummer ist zwar die Schattenseite der Liebe, aber wo Schatten ist, … naja, man kennt ja den Spruch.

Ich habe mir die letzten Tage ein paar Gedanken, über die zentralen Themen, die einen Menschen so ganz besonders häufig und intensiv beschäftigen gemacht. Irgendwie bin ich immer wieder bei den gleichen Themen rausgekommen. Es war überraschender Weise gar nicht „Geld haben“, es war vielmehr glücklich sein und es war geliebt werden.

Es gibt wohl nichts Schöneres, als für einen Menschen Liebe zu empfinden. Und wie schön es ist, wenn dieses Gefühl erwidert wird, muss ich nicht erwähnen.

Da ich aber nicht sagen kann, wie man sich nach Schema F verliebt, möchte ich heute über den Schatten der Liebe sprechen. Den Liebeskummer. Ich möchte gerne ein paar Worte über dieses schreckliche Gefühl  in der Magengrube reden, das in jedem schon einmal inne wohnte. Es geht heute um Gefühle und das Loslassen von Gefühlen. Es geht um lieben und leiden. Um Liebeskummer und den Kummer der Liebe. Selbst wenn du aktuell gar keinen Liebeskummer hast, so lohnen sich die nächsten Zeilen ganz bestimmt

Zum Verlieben gehören immer zwei, zum Trennen reicht einer.


Liebeskummer – Herz oder Kopf?

Fragen, die mich immer wieder beschäftigt ist, wo kommt der Liebeskummer denn her, warum tut es so weh und  was tut überhaupt weh? Ist Liebeskummer nur Kopfsache? Ist Liebeskummer ein bloßer Trick unseres Gehirns. Ist Liebeskummer ein Kurzschluss, der behoben werden kann?

Ja es ist schwierig zu sagen, wo genau der Schmerz denn wirklich sitzt. Liebeskummer tut nicht nur an einer Stelle weh, er breitet sich über den ganzen Körper aus, vom kleinen Zeh bis in die Haarspitzen. Aber wo genau tut es uns denn weh, wenn die Seele schmerzt? Die Antwort ist: Überall, nur nicht im Gehirn. Und Kopfschmerzen gelten nicht, denn Kopfschmerzen kommen aus den Blutgefäßen im Kopf, nicht vom Hirn selbst.

Die großen Romantiker unter uns sagen, dass Liebe und damit auch der Liebeskummer nur aus dem Herzen kommen kann. Scheint einleuchtend, denn Statistiken belegen: Menschen, die sich geliebt fühlen, haben viel weniger Herzinfarkte. Also steht fest, Liebeskummer schlägt nicht nur aufs Gemüt, sondern vor allem aufs Herz. Und das ist genauso wichtig wie das Gehirn. Auch wenn es doof klingt, aber man kann an gebrochene Herz sterben. Diese Todesursache hat sogar einen Namen. Das „broken heart syndrom“. Klar, sind das nur die Ausnahmen, aber wir leiden, auch ohne gleich zu sterben.  Wenn wir verlassen werden und unsere Liebe vielleicht gar nicht erst erhört wurde, dann leiden wir seelisch und körperlich. Und im Endeffekt ist es egal, wo der Liebeskummer herkommt, solange man einen Plan hat, wie der Liebeskummer wieder aufhört.

Eine Sache, die ich immer wieder gerne wiederhole ist, dass Gehirn gar nicht zwischen realen und eingebildeten Schmerzen unterscheiden kann. Das heißt eigentlich nix anderes, als dass Gefühle wie Zurückweisung, die ja eigentlich nicht messbar wehtun, über dieselben Nervenbahnen signalisiert werden, wie physischer Schmerz. Wenn wir traurig  schluchzen, dass es  eine schlechte Beziehung war, aber es trotzdem verdammt weh tut, dann stimmt das eben auch und es schmerzt so sehr wie ein Hammer, der uns auf den Daumen fällt.

Bei Liebeskummer werden tatsächlich sämtliche negative Erfahrungen und die größten Ängste gleichzeitig aktiv. Weil uns diese innere Leere so nah geht, ist es auch so schwer mit einem Menschen in tiefem Liebeskummer zu  sprechen, denn der betrauert nicht nur den verlorenen Menschen. Das alleine wäre gar nicht so schlimm, er betrauert auch alles, was er sich in der Phantasie ausgemalt hat und dagegen kommt keine Realität an.  Nur so, durch die Phantasie, wird dem Liebeskummer weiter Feuer gegeben.

Aber mal ehrlich: Wir überschätzen doch wie glücklich uns jemand macht. Und die frohe Botschaft bei Liebeskummer. Wir überschätzen auch wie unglücklich uns jemand machen kann. Es ist nicht das Ende der Welt, auch wenn es sich vielleicht so anfühlt.


Liebeskummer und Liebeslied

Denke mal an ein Liebeslied, das in seinen kleinen, süßen 3 Minuten so perfekt ist, aber nicht erzählt was nach dem Verlieben, nach dem letzten Refrain alles passiert ist. Klar ist, du kannst deinen eigenen Song immer genau so hindrehen und komponieren, wie du ihn gerade wünschst. Je öfter deine Variante des perfekten Songs, des perfekten Hits in deinen Ohren surrt, desto realer wird das Ganze, obwohl alles eigentlich nur eine Idee von Liebe war, eine Idee von der Perfektion, die nie der Wahrheit entsprach, sondern nur in deinem Kopf existierte. Ich weiß, jeder hat seinen perfekten Song in Gedanken tausendmal komponiert, hat eine genaue Vorstellung welcher Text und welche Melodien vorkommen müssen. Die krummen Töne, die Fehler, sie alle werden einfach ausgelöscht, obwohl sie da sind. Einfach einen Effekt drüber gelegt und weg sind alle Querschläger. Aber frage dich doch mal. Haben eure Songs, eure Liebeslieder überhaupt denselben Takt gehabt, dasselbe Tempo? Sind denn Elvis und Marianne Rosenberg jemals ein Paar geworden? Nein, und das aus gutem Grund nicht.

Hast du zu Beginn, verstrahlt vor lauter Liebe und Glücksgefühlen, noch frohlockt, „Ich liebe Andrea Berg und er Rammstein. Super hat beides was mit Landschaft zu tun“. Oder waren da schon absehbar, dass auch die gemeinsame Liebe für die Rolling Stones keine Allzwecklösung war? Denke darüber nach, muss der Liebeskummer wirklich so weh tun? Sind deine Vorstellungen wirklich die Realität? Ist dein Song zwar ein wunderschöner Hit, der dich aber nur an falschen Gefühlen festhalten lässt. Ist der Liebeskummer zwar hart, aber das Ende der Liebe auch ein Neuanfang? Ihr habt beide bestimmt falsche Töne getroffen, erinnere auch die und lass sie ebenso sprechen.

Der Liebeskummer ist da, und das ist auch wichtig so, daran ändern auch solche Vergleiche nichts, aber wenn du deinen Wunschsong und den realen Song hin und wieder nacheinander abspielst, kann das den Liebeskummer vielleicht etwas eindämmen, gerade dann wenn die Platte an der immer schönsten Stelle einen Sprung hat und nicht mehr weiter läuft? Vielleicht können dir diese Gedanken helfen, gerade dann, wenn der Soundtrack des Lebens von leisen Streichern und Molltönen gespielt wird und die Gondeln Trauer tragen.


Was hilft gegen Liebeskummer?

Die Frage der Fragen – tausendmal gestellt, tausend beantwortet, tausend Mal hat‘s nix gebracht. Ich will meine Antwort was gegen Liebeskummer hilft so einfach und so logisch wie möglich halten. Ganz oft sind es die einfachen Dinge, die am hilfreichsten sind. Mein Tipp gegen Liebeskummer:

Tu etwas, werde aktiv, mache etwas, das mit dem Partner davor nicht möglich war. Es ist in jeder Beziehung so, dass man Kompromisse eingehen muss, das ist richtig so und das ist auch nicht schlimm. Aber wenn du als Mann eben so gerne Fußball schaust und ins Stadion gehst – die Frau das aber eher nicht gern gesehen hat – und du es ihr zuliebe gelassen hast, dann tue jetzt genau das. Mache etwas, das du lange nicht mehr getan hast oder dich noch nie getraut hast. Der Liebeskummer löst sich auf, glaube mir.

War dein Partner keine Freund von Reisen, du wolltest aber schon lange mal nach Nepal? Dann schnapp dir genau jetzt, mit diesem Gefühl des Liebeskummers in dir, deine sieben Sachen und reise los. Zu sehen, was alles möglich ist, hilft den Schmerz zu lindern. Glaube mir, und ich wiederhole mich da gerne: Wir überschätzen, wie unglücklich uns ein Mensch machen kann. Du selbst bist die Person, die dich glücklich und unglücklich machen kann. Lasse los, wenn es nicht mehr weiter geht. Liebeskummer  besiegen fängt mit dem Loslassen an.

Wir können Situationen nicht ändern. Was wir aber ändern können, ist die Art wie wir damit umgehen. Lebe das Leben, das du dir in stillen Momenten gewünscht hast. Glaube mir, das tut gut und glaube auch das: Liebeskummer vergeht genau dann, wenn du deinen Kopf auf andere Gedanken bringst. Wenn du jetzt etwas tust, was früher nie möglich war, fokussiert du nicht mehr nur den Verlust, der durch das Ende einer Beziehung oder das Unglückliche verliebt sein entsteht – du rückst dann den Gewinn in das Zentrum. Denn in jedem Ende steckt auch immer ein Neuanfang.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Liebeskummer eigentlich die falsche Bezeichnung ist, wenn man es genau nimmt. Das klingt immer so nichtig, so als wäre man gerade 15 und rennt der ersten gescheiterten Liebe hinterher. Liebeskummer ist aber nicht pubertär und schon gar nicht eine Jugendkrankheit. Liebeskummer ist vielmehr Lebenskummer, denn wenn man mal ehrlich ist, gehört der Kummer, den uns die Liebe bereitet, zum Leben einfach dazu. Der Kummer lässt uns stärker werden und lernt uns Situationen besser einzuschätzen Eine Vorstellung, die mir immer sehr geholfen hat, ist: Du bist weder der Erste noch der Letzte, dem es so geht. Es gab und wir immer Menschen geben, die Liebeskummer haben.

Und ja, ich habe noch einen zweiten Tipp. Dazu musst du wissen, dass ich Liebeskummer gerne mit einem Drogenentzug vergleiche. Warum, liegt glaube ich auf der Hand. Sowohl beim Drogenentzug, als auch beim Liebeskummer hat man nur Erfolg, wenn man sich konsequent von dem fern hält, was man so sehr vermisst. In diesem Sinne, lass es dir gut gehen!


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Kommentare (9)

  1. Doris

    Guter Artikel – kann ich nur bestätigen. Es hat eben alles seinen Sinn im Leben. Man muss ihn nur erkennen und dann etwas daraus machen und mutig neue Wege gehen.
    Viele Grüße
    Doris Meininger

  2. Sylke Zegenhagen

    Ein sehr interessanter Beitrag zu einem Thema, das die Menschheit schon immer beschäftigt hat. Der Verlust eines geliebten Menschen hinterlässt eine große Lücke. Ähnlich wie beim Tod eines Menschen, wird diese Lücke erstmal mit Leid und Traurigkeit gefüllt, was den eigentlichen Schmerz ausmacht. Vielleicht ist Liebeskummer noch etwas komplexer, weil hier auch noch Enttäuschung hinzu kommt. Vielleicht hat einen der Partner verletzt, betrogen… irgend etwas getan, was zur Trennung geführt hat. Das alles muss erst einmal verarbeitet werden und dieser Prozess braucht seine Zeit. Ein positiver Mensch wird es als weitere Lektion des Lebens betrachten, daraus lernen und gestärkt hervorgehen. Andere zerbrechen daran, verschließen sich oder verlieren das Vertrauen in andere Menschen. Wer zur zweiten Gruppe gehört, sollte sich Hilfe holen.

    • SILVIE

      Da gebe ich Dir vollkommen recht….liebe Sylke.Es gibt Menschen,die sich nicht von ihrem inneren Schmerz loslösen können und sie das Gefühl haben,solange sie diesen Schmerz spüren sie noch verbunden sind mit dem verlorenen Partner.Sie wollen sich den Realitäten einfach nicht stellen.Auch ich bin durch solche Leidens und Loslassprozesse gegangen und heute bin ich dadurch nicht nur ein anderer Mensch geworden ,ich habe gelernt auf mein Herz zu achten und dreimal hinzusehen,bevor ich mich auf einen anderen einlasse.Liebe ist das kostbarste was wir inne haben und sollte ganz bewusst gegeben werden.Wenn ein Mensch nicht in der Lage ist sich zu lösen ,ja,dann benötigt dieser proffessionelle Hilfe.

  3. Sonja Alina

    Guter Tipp. Sollte ich jemals wieder Liebeskummer haben werde ich ihn beherzigen.
    In jungen Jahren habe ich einmal nach vier Jahren Zweisamkeit meine Beziehung beendet. Ich konnte aber nicht loslassen. Zwei Jahre habe ich getrauert. Jeden Ort habe ich besucht an dem wir glücklich waren und habe Rotz und Wasser geheult.
    Verlorene Zeit. Das passiert mir nicht noch einmal. Heute bin ich 35 Jahre glücklich verheiratet. Aber aus o.g. Grund habe ich Ihren Tipp gelesen. Zur Vorsorge. Die Idee ist sehr gut.
    Herzliche Grüße
    Sonja Alina

  4. SILVIE

    Der Beitrag ist sehr gut….wenn man erst mal begriffen hat,daß man nichts zurückholen kann und sich selbst wieder zurückgewonnen hat erst dann beginnt die Auflösung aus dem Schmerz.Viele,die meisten Menschen verlieren sich oft zu sehr im anderen und denken,nur mit diesem Menschen konnte man echtes Glück erleben…..man kann es aber durch sich selbst genauso erreichen.

  5. Michael Binal

    Das hat auch schon Buddha erkannt, dass man das Anhaften an Dingen oder Personen, eben äußeren Gegebenheiten, aufgeben soll. Wenn man sein Glück von äußeren Dingen abhängig macht, befindet man sich immer in einer bedürftigen Haltung. Man ist mit seinem Glück immer abhängig davon, ob man etwas bekommt oder eben nicht. Mit etwas Übung kann Glück zu einem Dauerzustand werden, wenn man es geschafft hat seine Prägungen aus der Vergangenheit aufzulösen und seine Identifikation damit aufzugeben. Dann beginnt der eigentliche Lebensgenuss. Ja gut, ich arbeite auch noch daran. 🙂
    Liebe Grüße
    Michael

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