5. September 2011 vk.admin

Das hätte ja meine Oma besser hinbekommen! – So gehst du optimal mit Kritik um!

Kritik
Die durchschnittliche Lebensdauer eines Menschen beträgt knapp 80 Jahre. Viel Zeit also um  abertausende von Erfahrungen zu machen und Milliarden von Wörtern zu sprechen. Da ist es klar, dass nur ein minimaler und vernichtend kleiner Teil unserer Vergangenheit im Endeffekt hängen bleibt. Nur die wirklich einschneidenden Erlebnisse sind fest in unserem Speicher verankert und auch nicht zu überschreiben. Der erste Kuss, die Hochzeit, die Geburt unserer Kinder. Doch wenn wir ehrlich sind, schleichen sich auch immer wieder negative Erfahrungen in unser Unterbewusstsein, die uns da dann noch nach Wochen, Monaten und Jahren verfolgen.

Ein negativer Erlebnis-Typ, an den wir uns fast immer zurück erinnern können, ist die Kritik. Wenn wir von Menschen direkt und offen kritisiert und angegriffen werden, fühlen wir uns schlecht, lassen uns herunterziehen, versuchen die verletzenden Worte zu verdrängen oder gehen zum unnötigen Gegenangriff über. Doch leider sind das genau die falschen Reaktionen – die richtigen lernst du jetzt!

„Du bekommst aber auch gar nichts hin!“

 „Nie hörst du mir zu!“

 „Das hätte meine Oma besser hinbekommen!“

 „Mensch, bist du manchmal blöd!“

Mal ehrlich, keiner wird gerne kritisiert, denn Kritik an der eigenen Person ist schwer zu ertragen und tut manchmal auch richtig weh. Denn wir denken ja immer, dass wir selbst alles richtig machen und das richtige sagen, obwohl mir manchmal eben auch richtig daneben liegen können. Wenn es in unserem Umfeld jemanden gibt, den genau das stört, gibt es Kontra.

Wie eingangs erwähnt erinnern wir uns an diverse Nörgeleinen, Meckereien, Beanstandungen noch nach vielen Jahren. Der Stachel sitzt tief. Manche Menschen schleppen deswegen sogar handfeste Minderwertigkeitskomplexe mit sich herum! Vieles wird dann, aus Angst vor Kritik, unterlassen und gar nicht erst angefangen. Doch was wäre gewesen, wenn wir in diesen negativen Momenten anders reagiert hätten? Was, wenn wir nicht trotzig weg gerannt wären? Was, wenn wir nicht mit verletzenden Worten um uns geschmissen hätten? Wäre die Erinnerung dann immer noch negativ? Ich  denke nicht. Denn was bedeutet Kritik überhaupt. Doch nichts anderes als die Chance auf Veränderung. Was würden wir denn tun, wenn uns niemand Ratschläge mit auf den Weg gibt?


Kritik hat grundsätzlich etwas Gutes!

Denn durch Kritik werden Irrtümer und Fehler schonungslos aufgedeckt und stehen somit zur Beseitigung bereit. Kritik ist nichts anderes als eine mächtige Waffe, durch die wir uns immer weiter verbessern können. In Bestsellerlisten finden wir haufenweiße positive Kritiken. Warum sehen wir sie in unserem Leben also meist nur als negativ an? Es ist an der Zeit das zu ändern!

Wenn Kritik geäußert wird, hat der Kritisierte genau vier Möglichkeiten!
  • Kritik einfach zurückweisen und Kontra geben
  • Kritik aus dem Weg gehen
  • Kritik einfach hinnehmen und herunterschlucken
  • Sich Kritik zunutze machen

Durch die ersten drei Möglichkeiten wird Kritik niemals positiv enden! Mit der letzten kann Kritik zu einer wertvollen Kraft werden, die uns konstruktiv auf unserem Weg weiter bringt.


5 Tipps, wie man mit Kritik richtig umgeht!

1. Durchatmen, weiterdenken, analysieren!

Okay, die Kritik steht im Raum. Nun ist guter Rat teuer! Was tun? Ganz einfach! Erst einmal überhaupt nichts! Atme durch, zähle bis 10 und vermeide somit emotionale Kurzschlusshandlungen. Es ist wahrlich nicht immer von Vorteil schlagfertig zu sein und sofort zu antworten. Man kann Kritik im ersten Moment herunterschlucken, um sie in einer ruhigen Minute wieder hervorzuholen, sich mit ihr auseinanderzusetzen und daraus zu lernen. Wenn der erste Ärger dann verfolgen ist, solltest du dir diese Fragen stellen:

  • Wer hat mich kritisiert?
  • Welche Motive hat er?
  • Was ist der Inhalt der Kritik?
  • Welches Ziel verfolgt der Kritiker?
  • Steht er mit seiner Kritik alleine?

Denke immer daran, es gibt einen Unterschied zwischen:
Das ist nicht okay!   und   Du bist nicht okay!

Wichtig ist der Inhalt der kritischen Worte und nicht die negativen Gefühle, die sie in uns auslösen!

2. Distanz und Nähe!

Versuche nach der Kritik die nötige emotionale Distanz zu der Situation herzustellen. Natürlich solltest du nicht alles einfach an dir abprallen lassen. Du darfst die Kritik einfach nicht so nahe an dich heran lassen, dass es schmerzt. Versuche später die Situation zu rekonstruieren und stelle dich in Gedanken neben dich. Schaffe so die nötige Distanz und beurteile die Kritik nun sachlich! War sie gerechtfertigt oder hat der Kritiker überzogen?

3. Deine Kritik, meine Regeln!

Auch wenn es komisch klingen mag, aber man kann einem Menschen, mit dem es häufiger zu Reibungspunkten kommt, kleine Kritik-Regeln auferlegen. Wenn du zum Beispiel Angst vor Kritik hast und damit schlecht umgehen kannst, hilft es vielleicht dein Gegenüber zu bitten neben den negativen Dingen, auch immer wieder positives Lob einzubauen. Natürlich wird das nicht immer funktionieren, versuche jedoch immer wieder solche Kommunikationsregeln einzubauen. Das kann vor allem in den eigenen vier Wänden wahre Wunder bewirken!

4. Hast du einen besseren Vorschlag?

Wenn wir kritisiert werden, können wir unser Gegenüber auch immer fragen, ob er Verbesserungsmöglichkeiten sieht und uns helfen kann. Da Kritik ja immer auch konstruktiv sein soll, ist er uns eine Antwort schuldig. So können wir übrigens auch testen, ob es unserem Gegenüber wirklich um die Verbesserung der Situation geht oder ob er andere Gründe hat.

5. Das habe ich toll gemacht!

Manchmal ist es hilfreich sich selbst zu loben und somit einen starken Selbstvertrauenspanzer um uns herum aufzubauen. Wenn wir etwas gutes gemacht haben, es bewusst genießen und uns stärken, können wir viel besser mit Kritik umgehen, da wir wissen, dass es auch anders geht! Natürlich sind wir deswegen nicht gleich besonderes eitel oder eingebildet –  nur resistenter gegenüber kritisierenden Worten.

Und nun wechseln wir die Seiten. Denn ob wir es merken oder nicht, jeder von uns kritisiert! Das Problem: Meist erkennen wir gar nicht, was wir da hin und wieder anrichten.


5. Tipps, wie man Kritik richtig äußert!

  • Beginne jede Kritik mit einem Lob. So fühlt sich dein Gegenüber respektiert und kann die Kritik richtig auffassen!
  • Finde Gegen- und Verbesserungsvorschläge. Wenn du keine findest, solltest du dir Gedanken machen, ob es überhaupt etwas zu kritisieren gibt!
  • Sehe Kritik niemals als Angriff und als etwas Negatives, sondern als Möglichkeit Dinge zu verbessern. Kritisiere niemals aus einer Wut oder einem schlechten Gefühl heraus und das wichtigste: Lasse persönliche Fehden beim Kritisieren immer aus dem Spiel!
  • Mache deinem Gegenüber klar, dass du im Moment nur deine persönliche Meinung äußerst. So fühlt er sich nicht angegriffen und kann mit der Kritik besser umgehen!
  • Stelle dir immer die Frage, ob die Kritik im Moment auch wirklich angebracht und hilfreich ist, oder ob manche Fehler einfach menschlich und verzeihbar sind.

Ein letzter Tipp:

Denke wenn du Kritik abbekommst oder selbst aussprichst daran:
Menschen sind nicht immer fehlerfrei – deswegen aber keine Fehlkonstruktionen!  (Ich liebe diesen Satz :-))

Wer also gelernt hat, mit Kritik umzugehen, muss keine Angst mehr vor ihr haben. Also immer schön fleißig üben!


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Kommentare (5)

  1. Theo Gulde

    Hallo Volker,
    hier auch von meiner Seite aus ein ganz liebes „Danke schön“ für deine interessanten Beträge die du uns immer wieder zukommen läßt. Es ist nämlich nicht selbstverständlich, etwas umsonst zu bekommen, das auch noch zu meiner Weiterentwicklung beiträgt. Danke also für deine Arbeit und dein Herzblut, das du immer in deine Artikel einbringst.
    Fand die Geschichte des kleinen Baumwollfadens ganz toll.
    Hat mir viel Freunde bereitet und deshalb möchte ich mich mit Wilhelm Busch ausdücken: „Es ist ein guter alter Brauch, wer was bekommt, bedankt sich auch“
    liebe Grüße
    Theo
    PS: bezüglich Fehlkonstruktion, schaut dir doch mal vom Hirschhausen das Pinguin-Prinzip an. Auch eine ganz nette Geschichte.
    http://www.youtube.com/watch?v=Az7lJfNiSAs

    • Hallo Theo.
      Besten Dank für deine Rückmeldung und Wertschätzung. Danke auch für dein Videolink „Hirschausen“, das passt perfekt. Hey, du bist noch immer eingeladen einen Artikel zu deinem Spezialthema zu veröffentlichen. Ich würde mich freuen. 🙂

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