12. September 2011 vk.admin

Die besten 8 Tipps gegen die lästige „Aufschieberitis“!

Aufschieberitis

Was du heute kannst besorgen …

Vor kurzem wurde ich gefragt, ob ich mich in meinem Blog nicht einmal mit dem weit verbreiteten und vor allem unglaublich lästigen Problem der Aufschieberitis, also dem Zustand wichtige Dinge stets von sich fern zu halten, widmen kann. Diesem Wunsch komme ich natürlich sehr gerne nach, denn wer akut und ohne Plan aufschiebt, rutsch nicht nur in den Strudel der Faulheit, sondern hat auch keine Chance erfolgreich durchs Leben zu gehen – und das muss ja nun wirklich nicht sein.

Wir alle kennen das Gefühl. Vor uns steht eine Aufgabe, die sowohl einiges an Zeit als auch viele Nerven kostet und zu derer Erledigung wir uns beim besten Willen nicht aufrappeln können. Das kann sowohl ein Brief ans Finanzamt sein, ein Gang zum Arzt, ein unangenehmes Gespräch oder jede andere unbequeme Aufgabe. Doch wir Menschen sind ja nicht auf den Kopf gefallen und auch gewieft genug unser schlechtes Gewissen auszutricksen. So suchen wir uns als Ersatz kleine, einfache Aufgaben, wie Müll runter bringen oder Staubsaugen, die lange nicht so nerven, wie ihre großen Freunde. Doch geholfen ist dann natürlich weder sich selbst, noch dem Gewissen – denn das kommt immer wieder. Wir müssen also nach Methoden suchen, die die Aufschieberitis wirklich bekämpfen und uns Menschen ein stressfreieres Leben ermöglichen können. Denn Stress bekommen wir meist erst beim nicht arbeiten – wer sofort anfängt, ist fertig bevor es stressig wird!


Gründe warum wir zum Aufschieber werden:

  • Die Unlust etwas anzufangen, da wir wissen wie anstrengend die Sache wird
  • Fehlende Motivation
  • Trotzgefühle anderen gegenüber (a la „Ich mache doch nicht das, was der von mir erwartet/verlangt)
  • Schlechte Organisation
  • Schlechte Erfahrungen
  • Fehlende Erfolgaussichten
  • Mangelnde Erfolgserlebnisse
  • Persönliche Widerstände wie Angst oder Zweifel

Bin ich ein Aufschieber?

Ich denke jeder von uns kennt diese Gründe und hat noch mal zwei oder drei andere ins eigene Kerbholz geschnitzt. Viele wissen auch ganz genau, ob und wie stark sie zur Aufschieberitis neigen. Wer sich noch nicht ganz sicher ist, kann sich mit diesem Selbsttest ganz schnell Klarheit schaffen. Denn erst wenn wir wissen wer wir sind, können wir uns auch ändern!

  • Neigst du dazu ungeliebte Tätigkeiten vor dir herzuschieben?
  • Hast du manchmal ein schlechtes Gewissen deswegen?
  • Sind es momentan mehr als drei Aufgaben, die weggeschoben werden?
  • Sind die Aufgaben seit mehr als 3 Wochen im Baustellenmodus?
  • Denkst du, dass es nichts bringt, wenn du nicht in der richtigen Stimmung bist?
  • Glaubst du, dass es morgen besser laufen wird als heute?
  • Erledigst du viele Dinge erst auf den letzten Drücker?
  • Machst du lieber unwichtige Dinge, anstatt den wirklich nötigen?

Falls du mehr als einmal mit Ja geantwortet hast, ist es Zeit zu handeln, denn die Aufschieberitis sitzt dir zweifelsohne schon im Nacken!


Was denkt ein Aufschieber?

Begeben wir uns nun auf die Suche nach den wirkungsvollsten Gegenmitteln. Doch dazu müssen wir erst einmal auf Ursachenforschung gehen. Dafür gibt es eine einfache Übung, die man immer dann anwendet, wenn die Unlust etwas zu erledigen mal wieder ihren Höhepunkt erreicht hat. Beantworte dir also zu jeder Aufgabe, die du aktuell auf Stand-By Modus geschalten hast folgende Fragen:

  • Was hält mich davon ab jetzt anzufangen?
  • Was bringt mir das Aufschieben?
  • Was fühle ich bei dem Gedanken an die Aufgabe?
  • Wie fühlt sich das Aufschieben an?
  • Bin ich glücklicher, wenn die Aufgabe erledigt ist?
  • Was ist größer? Die Angst vor dem Aufschieben oder die Angst vor der Aufgabe?
  • Warum erledige ich andere Aufgaben ohne zu murren?
  • Gibt es Aufgaben, die mir Spaß machen und deswegen ohne Aufschieberein auskommen?

Wenn wir uns während dem Aufschieben Gedanken machen und mit uns selbst und unseren Ängsten beschäftigen, ist das ein erster Schritt, da das Aufschieben zweifelsohne im Kopf beginnt. Wenn wir Muster und Tatmotive erkennen, können wir in Zukunft gezielter dagegen vorgehen.


10 Tipps gegen Aufschieberitis:

„Einem chronischen Aufschieber zu sagen: ‚Tu’s einfach!‘, ist so, wie einem Depressiven zu sagen, er solle doch einfach mal fröhlich sein“
Joe Ferrari

Doch keine Sorge – es gibt auch noch andere Möglichkeiten:

1. Langsam ernährt sich das Eichhörnchen…

Was macht ein Stein, wenn man ihn an der Klippe eines Berges anstößt? Genau, er kommt ins Rollen und wird immer schneller. Man muss kein Einstein sein, um zu verstehen, auf was ich  damit anspielen will. Sobald man etwas ins Rollen gebracht hat, verselbstständigt es sich und kommt schon bald fokussiert und sicher im Ziel an. Das bedeutet also für alle Aufschieber, dass sie mit irgendetwas, sei es noch so klein, anfangen müssen. (Natürlich muss es mit unserer ungeliebten Aufgabe zu tun haben).

Lege dir ein Papier hin und spitze deinen Stift. Fange 10 Minuten an und dann, wenn du merkst, dass du nicht weiter kommst machst du eine Pause oder morgen weiter. Wichtig ist, dass der Stein rollt – wenn auch noch im Schneckentempo. Du wirst merken, dass du plötzlich den Wunsch hast schneller zu rollen –  und das nicht als Schnecke, sondern mit Leopardengeschwindigkeit!

 

2. Planmäßig zum Erfolg

Das wichtigste beim Kampf gegen die Aufschieberitis ist wohl der sogenannte To-Do Plan. Also ein Buch oder ein Notizblock, in dem man alle seine Aufgaben festhält und konsequent weiterführt. Das hat zum einen den Vorteil, dass man nichts mehr vergisst, und zum anderen  wird man immer und immer wieder ans Arbeiten erinnert. Erstelle in deiner Liste ein explizites Ziel, dass du zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt erreicht haben willst. Jedoch sind Übertreibungen hier völlig fehl am Platz. Ein Ziel muss realistisch sein und dich antreiben anstatt herunterziehen. Und da ein einziges Ziel meist viel zu weit weg und schwer zu erreichen ist, sollte man immer auch Teilschritte einbauen.

Mache also einen Schritt-für-Schritt-Plan, mit dem du dich deinem Ziel langsam aber sicher näherst. Denke dabei gezielt kleinspurig und lasse keinen Schritt aus. Auch das Computer anschalten, ein Buch in die Hand nehmen oder einen Begriff in eine Suchmaske eingeben ist ein Schritt, der gebührend gefeiert werden darf. Der Vorteil: Wenn man erst einmal angefangen hat und in Fahrt kommt, gehen die nachfolgenden Schritte viel schneller von der Hand und man kann gar nicht aufhören schrittweise grüne Häkchen zu setzen. Natürlich darf man erst dann mit neuem anfangen, wenn ein Teilschritt oder die ganze Aufgabe abgeschlossen ist.

Beispiele:

Küche putzen:

  1. Spülmaschine ausräumen
  2. Arbeitsplatte wischen
  3. Herd putzen
  4. ….

Business-Plan schreiben:

  1. auf  www.amazon.de surfen
  2. nach Buch recherchieren
  3. Buch kaufen

Bericht schreiben:

  1. Computer anmachen, Word Datei öffnen
  2. Ziel des Berichtes formulieren (Überschrift)
  3. Themen sammeln
  4. Gliederung erstellen

3. Wusstet du schon, dass ich …. !

Manch Menschen können einfach nur unter Druck arbeiten. Man sagt ja auch, dass der beste Motivationstrainer der Welt das Finanzamt ist. Doch woher bekommt man den Druck, wenn bis zum Abgabetermin noch viel Zeit ist oder es gar keinen Termin gibt, sondern nur den persönlichen Wunsch etwas zu erreichen? Eine Methode, die dann ganz gut funktioniert, ist das Einweihen von Freunden oder Bekannten. Erzähle ihnen von deiner Aufgabe, von deinen Plänen und schließe mit ihnen einen Vertrag ab, indem du festhältst, was du wann erledigt haben willst. Natürlich wird es noch interessanter, wenn ihr eine Strafe bei Vertragsbruch festlegt. Vielleicht wettet ein Bekannter auch gegen dich. Du wirst nicht glauben was ein „das schaffst du nie“ schon alles bewirkt hat!

 

4. Die Kunst der Schwarzmalerei!

Wo wir gerade schon beim Thema Motivation sind. Stelle dir einmal vor was passiert, wenn du die Aufgabe nicht löst. Manövriere dich in eine Zukunft, in der du einfach nichts gemacht und geschafft hast! Soll deine Zukunft so aussehen? Würdest du dir dann vielleicht große Vorwürfe machen?

 

5. Belohne dich!

Was ist das Schönste nach der getanen Arbeit? Genau, das Beinehochlegen und das Belohnen. Mache dir also immer kleine Geschenke, wenn du etwas geschafft hast, das dir Monate oder Jahre lang schwer im Magen lag. Natürlich sollten deine Belohnungen einfach auszuführen sein. Denn sonst steht der nächste Anfall von Aufschieberitis schon hinter der nächsten Tür!

 

6. Aufschieben, aufschieben!

Es gibt Tage, an denen wirklich nichts funktioniert. Man fühlt sich unkreativ und ausgelaugt. Man sagt sich heute ist einfach nicht mein Tag, morgen wird alles besser. Manchmal stimmt das auch. Nur muss man stark genug sein und sich das auch ohne schlechtes Gewissen eingestehen. Warum also nicht einmal das Aufschieben, aufschieben. Sich also beim ersten hauch von Aufschieberitis sagen: „Heute nicht, das Gefühl schiebe ich auf.“ Jedoch darf man dabei nie vergessen, dass solche Tage die Ausnahme sein müssen!

 

7. Gib dir 3 Minuten!

Es gibt eine sogenannte 3-Minuten Regel. Sie besagt, dass wenn man die für eine Aufgabe erforderlichen Informationen in weniger als 3 Minuten bekommt, man die Aufgabe sofort lösen muss! Denn in 3 Minuten kann man eine Menge schaffen: Anrufe tätigen, das Internet durchforsten, Kollegen/Freunde fragen, uvm. Wenn man sich erst einmal eine gewisse Zeit mit einem Thema beschäftigt hat, ist die Wahrscheinlichkeit dran zu bleiben einfach viel höher.

 

8. Das BAR-Prinzip

Dieses Prinzip basiert auf den drei Schritten Bewusstsein – Aktion – Rechenschaft!

Im ersten Schritt muss der Aufschieber das Phänomen der Aufschieberitis verstehen und erkennen. Er muss sich klar werden, dass Sätze wie „ich muss …“ oder „ es sollte schon lang…“ in unserem Kopf nichts verloren haben. Sobald sich ein solcher Satz einschleicht, muss man ihn sofort durch einen anderen, positiven ersetzten. Zum Beispiel: „Ich gehe diese Aufgabe jetzt mit dem ersten, kleinen Schritt an. Ich freue mich darauf und auf die Pause danach.“

Im zweiten Schritt werden dann Aktionen gegen die Aufschieberitis geplant und durchgeführt. Zum Schluss blickt man dann zurück (Rechenschaft), indem man die eigenen Fortschritte bilanziert und Veränderungen festhält.

Ich hoffe ich konnte damit einige Akzente gegen die lästige Aufschieberitis setzen und wünsche nun viel Spaß beim To-Do Listen erstellen und Steine ins Rollen bringen!


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Kommentare (4)

  1. Gaßmann

    Hört sich ja alles gut an und vieles weis man ja, aber irgend etwas schibt sicher jeder vor sich her. Danke für die Aufmunterung, vielleicht klappt es ja.

    • Volker Knehr

      Natürlich schiebt jeder Mal, das auch vollkommen okay! (Mach ich auch :-))

      Diese Tipps sollen in Situationen dienlich sein, in denen Aufschieben zum Problem wird. Manchmal kann Aufschieben ja gehörige Konsequenzen haben, wie z.B. das Zwangsgeld wenn man die Steuer zu spät abgigt, oder das Aufschieben von Reaktionen auf unangenehme Briefe, usw..

      Wenn der ein- oder andere Tipp dann hilft, super!

  2. Pingback: Prokrastination? 1001 Tipps gegen Aufschieberitis • LiFEcatcher

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