4. November 2011 vk.admin

Erfolgsformel „Kommunikation“: Mit diesen Tipps fehlen deiner Beziehung nie mehr die Worte!



Kommunikation in BeziehungenSchweigen ist Silber, Reden ist Gold!

Zu Beginn möchte ich dir gerne eine Frage stellen: Hast du einen Partner?

Wenn ja, wunderbar! Denke jetzt an deinen Partner! Denke an eure Beziehung! Denke an eure gemeinsame Zeit! Denke an eure Gespräche. Wie oft unterhaltet ihr euch? Wie viele Stunden verbringt ihr mit aufmerksamen Reden? Über was unterhaltet ihr euch? Wie oft schweigt ihr euch einfach nur an? Gibt es Momente in denen du dich wie gelähmt fühlst und alles herunterschluckst? Kann es vielleicht sein, dass ihr Tag ein Tag aus nur noch euer Sparprogramm abspult und euch wenn überhaupt nur das Nötigste mitteilt. Kann es sein, dass du nur noch darüber redest wie schlimm DEIN Tag war, wie schlecht es DIR geht, wie sehr DICH alles aufregt, anstatt einfach mal zu fragen:

„Wie geht es dir, Schatz?“

Es ist kein Geheimnis, dass fehlende Kommunikation und akute Wortlosigkeit oftmals Auslöser für heftige Beziehungsprobleme sind. Plötzlich hat man sich nichts mehr zu sagen und auch nicht den Mumm daran etwas zu ändern.

In Partnerschaften gibt es Probleme – das ist ganz normal. Doch leider bleiben diese häufig unausgesprochen und werden somit auch nie gelöst – aus Angst vor Streit, aus Angst vor den Resultaten. Irgendwann redet keiner mehr über Zweifel, Wünsche, Sehnsüchte oder Emotionen. Und so leben sich Menschen, die sich einst liebten irgendwann auseinander. Bis irgendwann die Bombe platzt und danach wirklich nur noch tiefes undurchdringbares Schweigen herrscht – und dann ist es zu spät. Die Beziehung liegt längst in Scherben!

„Nicht vor den Kinder. Nicht jetzt. Nur keinen Streit. Dann fresse ich es eben in mich herein.“

Diese Sätze und Gedanken sind absolute Beziehungskiller und haben im Endeffekt nur ein schreckliches Resultat:

Die Scheidung – und damit ist weder den Kinder, noch dir und deinen Problemen geholfen!

Soweit sollte man es nicht kommen lassen, oder?

Eine gesunde Kommunikation ist der Grundpfeiler jeder Beziehung!

Leider vergessen vor allem die Herren der Schöpfung diesen Leitspruch immer wieder. Viel zu viele Männer denken immer noch, sie müssten in jeder möglichen Situation das starke Geschlecht verkörpern. Probleme und Ängste haben da keinen Platz und werden ganz einfach unter den Tisch geschwiegen – der völlig falsche Weg. Denn jeder Mann sollte wissen: Nur wer offen und ehrlich über sich und seine Gefühle redet, ist wirklich stark –  alles andere ist feige und vollkommen unsexy!

Das Entscheidende beim Kommunizieren ist in erster Linie nicht der Inhalt –sondern, dass die Häufigkeit.

Euer Kommunikationsradius dreht sich im Kreis? Dann ist es höchste Zeit sich diese 5 Tipps einmal genauer anzusehen:


Mit diesen 5 Kommunikationstipps bleibt keine Beziehung wortlos!

Tipp # 1: Sagt doch was ihr wollt!

Mal ganz ehrlich. Es gibt tausenden von Themen, über die man sich mit seinem Partner unterhalten kann. Es muss nicht immer nur das wichtige aber auf Dauer einseitige, „wie war dein Tag?“ sein.

Gerade die Abwechslung und die Vielfalt an Themen, machen eine glückliche Beziehung und eine erfolgreiche Kommunikation doch aus.  Warum leben zwei Menschen zusammen? Genau, weil sie sich lieben und Interessen und Themengebiete teilen. Das sollte es doch ein leichtes sein, geeignete Kommunikationsanreize zu finden. Die Ausrede, „wir haben uns nichts mehr zu sagen“, zählt und stimmt nicht. Ich wette es gibt Millionen von verschiedenen Themen und Geschichten, über die man selbst in einer jahrzehntelangen Beziehung noch kein Wort verloren hat. Es ist an der Zeit, genau diese auf den Tisch zu bringen! Denn so lernt ihr nicht nur mehr von eurem Partner, sondern auch von der Welt kennen – so verstaubt weder euer Gedächtnis noch eure Beziehung!

7 einfache Kommunikationsanreize:

  • Macht Pläne für eure Zukunft
  • Besucht Kurse und tauscht euch darüber aus
  • Lernt einander in ganz neuen Situationen kennen
  • Erzählt einander, was ihr eich voneinander wünscht
  • Erzählt  von eurer Kindheit
  • Diskutiert über Politik, Umweltschutz, Sport, Fernsehen oder was auch immer euch gerade einfällt
  • Unterhaltet euch über das Hobby oder die Interessen des anderen, auch wenn das den einen vielleicht zu Beginn nicht interessiert – je mehr ihr über ein Thema erfahrt, desto interessanter wird es!

In einer Beziehung ist es ungemein wichtig kontinuierlich dazu- und voneinander zu lernen.

Und das Beste: Es müssen nicht immer nur negative oder unangenehme Dinge beredet und seziert werden. Miteinander reden heißt nicht Probleme zu wälzen!

Qualität und Quantität! Beides ist wichtig!

Mein Tipp:

Erstellt eine Liste über all die Dinge, über die ihr euch gerne einmal unterhalten würdet oder über die ihr euch überhaupt unterhalten könntet. Schreibt Fragen auf, die ihr dem anderen stellen möchten. Überlegt euch Geschichten, die ihr dem anderen erzählen wollt. So seht ihr einerseits, wie viel es zu bereden gibt und  habt andererseits immer Themen zur Hand, wenn euch mal gar nichts einfällt.

Die schönste und intensivste Kommunikation ist natürlich die, bei der man keine Liste braucht, sondern sich einfach tief in die Augen schaut, sich bei der Hand nimmt und einfach drauflosredet. Natürlich sind solche magischen Momente nicht immer auf Knopfdruck abzurufen. Deshalb ist es wichtig immer ein paar Themen im Ärmel zu haben. Diese Liste gilt natürlich nur als kleine Gedächtnishilfe und sollte bei einem Gespräch nicht wortlos auf den Tisch geknallt werden, ganz nach dem Motto: 30 Minuten Aktuelles, 10 Minuten Debatte über Eurokrise, 10 Minuten Wetter und dann die Kinder ins Bett bringen (was ihr natürlich trotzdem gerne zusammen machen dürft)


Tipp # 2: Feste Redetermine!

Es ist nicht selten, dass beide Partner berufstätig sind und somit immer erst abends zusammenkommen. Der Tag war stressig, die Laune ist im Keller. Außer den Phrasen „Gibst du mir mal den Wurstteller“, oder „was kommt den heute im Fernsehen“, bewegt sich die Kommunikation auf konstantem Null Niveau. Um aus diesem Alltag der sprachlichen Eintönigkeit auszubrechen, kann es ungemein hilfreich sein, feste Redezeiten einzuplanen. Am Besten verabredet ihr euch dafür in einem schönen Restaurant – weit weg von Stress und Routine. Entfacht das Feuer neu und sucht euch neue Redens- und Schaffensplätze. Wie wäre es zum Beispiel, wenn ihr euch immer an einem Abend in der Woche für ein paar Stunden zusammensetzt, fein Essen geht und miteinander redet. Erlebt wieder dieses Kribbeln wenn ihr euch berührt und etwas Besonderes erzählt. Lernt euch wieder ganz neu kennen.

Wichtig: Tragt diesen Termin auch in euren Kalender ein. Macht diesen Abend zu eurem festen Ritual, das nicht so einfach verschoben oder abgesagt werden kann.


Tipp # 3: Meine 5 Minuten:

Ihr seid nun in diesem tollen Restaurant. Die Kerzen flackern. Dezente Musik umschmeichelt eure Ohren. Ihr haltet Händchen und fühlt euch wohl. Es wäre bestimmt auch wunderbar sich den ganzen Abend nur in die Augen zu sehen, zu essen und sich zu küssen. Doch das ist eure gemeinsame Zeit – nutzt sie optimal!

Ihr könnt euch zum Beispiel folgendes Ritual für den Einsteig zurechtlegen:

Zu Beginn jedes Abends bekommt jeder von euch seine ganz persönlichen 5 Minuten, in denen er alles ansprechen kann.  Zum Beispiel was ihn gerade beschäftigt hat, was ihm heute gefallen hat, was eben nicht. Alles ist erlaubt. Natürlich auch Kritik oder einfach nur der Satz: „Ich liebe dich und danke dir für diesen Abend“. (Womit die 5 Minuten natürlich noch nicht ausgefüllt sind) Danach wird gewechselt. Diese 5 Minuten gehören euch und euren Geschichten.

Ihr könnt auch ein Spiel aus diesen 5 Minuten machen. Es gibt eine Radiosendung auf SWR 3 mit dem Namen „Wie war dein Tag, Liebling“, in der sich Moderator Kristian Thees und Anke Engelke eben diese Frage stellen. Die Geschichten, Anekdoten und Skurrilitäten sind hochamüsant und begeistern nicht nur die beiden „Lieblinge“.  Ich bin mir sicher, dass „Wie war dein Tag, Liebling“ kann auch für euch ein Riesenspaß werden. Es ist wirklich erstaunlich wie sehr man sich plötzlich auf den Abend und seine persönliche Geschichte freut, an der man schon den ganzen Tag gefeilt hat.


Tipp # 4: Unser Gespräch, unsere Regeln!

Um euer Gespräch wirklich intensiv und sinnvoll zu nutzen, solltet ihr ein paar Regeln festlegen und natürlich auch einhalten. Vielleicht nehmt ihr ja einige von diesen mit ins Restaurant:

Regel 1: Einer nach dem anderen

So banal es auch klingen mag, aber macht  vor jedem Gespräch aus, wer diesmal anfangen darf und legt dann eine  genaue Sprechdauer fest, die eingehalten werden muss. (Stellt euch zum Spaß ruhig mal den Wecker)

Ganz wichtig: Der andere fängt erst dann an, wenn die Zeit komplett abgelaufen ist! Natürlich solltet ihr euch keine allzu langen Redezeiten aufbrummen. Es bringt sicher nichts, wenn jeder von euch 30 einseitige Minuten referiert. Euer wirkliches, intensives Gespräch mit Fragen und Antworten kommt dann danach.

Regel 2: Erst denken, dann reden!

Versucht nicht sofort loszulegen, sondern kurz in euch zu gehen und für einen Moment inne zu halten. Kommt zur Ruhe, denkt über den Tag nach, überlegt euch genau worüber ihr reden wollt und schaut eurem Partner dann tief in die Augen! Dieses kurze Sammeln hat vor allem für den zweiten eine große Bedeutung. Dann nach einem intensiven, emotionalen vielleicht euch kritischen Vortrag des Partners, kann der sein eigentliches Thema schon mal vergessen. In diesem Vorgespräch ist es wichtig, das jeder genau das sagt, was ihm im Moment wichtig ist, unabhängig davon, was der Vorredner angesprochen hat.

Regel 3: Es redet immer nur einer!

Ganz wichtig:Während der eine redet, muss der andere Still sein, aufmerksam zuhören und das Gesagte nicht durch starke Mimik, Seufzen oder andere Emotionen kommentieren!

Regel 4: Ein positiver Einstieg!

Auch wenn es manchmal schwer fällt, man sollte jedes Gespräch mit etwas Positivem beginnen. Der Partner wird viel aufgeschlossener und kritikfähiger sein, wenn er zuerst etwas Nettes gesagt bekommt. Natürlich darf man sich auch liebend gerne sagen, wie sehr man sich mag und wie dankbar man für die gemeinsame Zeit ist. Emotionen sollten während gemeinsamen Gesprächen niemals außen vor bleiben. Haltet eure Hand, gebt euch immer wieder Küsse und spürt die Magie dieser Momente!

Regel 5: Kritik immer in Ich-Form

Es wird ganz bestimmt vorkommen, dass Kritik auf den Tisch kommt. Dann sollte man vor allem auf die Formulierung zu achten. Anstatt „Du hast mich geärgert“, kann man auch „Ich habe mich über dich geärgert“ sagen. Somit entsteht eine gewisse Subjektivität der Aussagen. Es ist nur die eigene Meinung und aus persönlicher Sicht heraus formuliert. Dadurch fühlt sich der Kritisierte nicht zu sehr angegriffen und kann die Kritik dann viel besser aufnehmen.

Regel 6: Bitte nicht streiten!

Das wichtigste zum Schluss: Vermeidet es direkt nach der Redezeit über das eben Gesagte zu streiten. Lasst alles, was gesagt wurde lieber erst einmal sacken und kommt dann in einer ruhigen Minute darauf zurück! Es ist wichtig, dass ihr mit dieser Redezeit etwas Positives verbindet und nicht Angst vor dem Streitgespräch danach haben müsst!


Tipp # 5: Zusammen schweigen!

Ich will mit diesen Tipps natürlich niemanden zwingen auf Teufel komm raus zur nervigen Labertasche zu werden. Kommunikation ist natürlich kein Heilmittel gegen sämtliche Probleme. Manchmal kann es auch wunderschön sein zusammen zu schweigen – sich anzusehen, festzuhalten, zu berühren, zu küssen und wortlos glücklich zu sein. Niemals sollte Reden dazu dienen, Lieblosigkeit und Ignoranz zu überspielen!

Und jetzt viel Spaß miteinander! Egal ob beim Reden oder Schweigen. Hauptsache ihr genießt eure gemeinsame Zeit. Denn sie ist unbezahlbar!

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Kommentare (3)

  1. Karin

    Danke, beschäftige mich schon seit geraumer Zeit mit dem Thema Kommunikation.
    Ist leider ein „Stiefkind“ seit Gernerationen und deshalb so wichtig, die große Bedeutung unter die Leute zu bringen.
    Mir fällt auch auf wie oft man im Alltag aneinander vorbeiredet, vor allem weil oft nicht genau zugehört wird.
    Die aufgestellten Regeln gefallen mir gut und erleichtern das Ganze.
    Vielen Dank nochmal

  2. Kristin

    Guten Tag, mit großem Interesse habe ich Ihre Kommunikationstipps gelesen. Ich werde versuchen, diese umzusetzen. Ich habe ein Gegenüber, der vor Gesprächen wegrennt und immer seine Arbeit vorschiebt. Die Arbeit ist ja wirklich wichtig, das habe ich ihm auch gesagt, aber ich möchte mit ihm reden, seinen Gesichtsausdruck, seine Mimik seine Augen dabei sehen. Dieses fürchterliche Whatsapp oder SMS beeinträchtigt eine wirkliche Streitkultur. Es werden Vorwürfe in den „Raum“ geworfen und eine Antwort wird glaube gar nicht gelesen. Geben Sie mir doch bitte einen Tipp, wie ich ihn von diesen modernen Medien wegholen kann. Vielen Dank.

    • Volker Knehr

      Hallo Kristin. Jeder Tipp den wir jetzt geben würden, wäre unqualifiziert. Weder kennen wir die Umstände, noch deine Art zu kommunizieren und erst nicht nicht das tatsächliche Verhalten deines Gegenübers. Das wären Tipps ins Blaue, das passt nicht zu uns. Ich kann dir gerne einen Coach in deiner Nähe empfehlen, der dir dann helfen könnte.
      Gruß Volker Knehr

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