26. August 2012 vk.admin

„Mehr als nur Sorry-Sagen“ – Diese Power-Tipps helfen gegen unschöne Schuldgefühle!

Schuldgefühle

  • „Wie konnte ich das nur vergessen?“
  • „Wie konnte ich mich nur so daneben benehmen?“
  • „Das hätte mir nicht passieren dürfen!“
  • „Warum war ich nur so dumm?“

Kennst du solche Schuldgefühle?

Kennst du diese Sätze, die unser Herz schneller Klopfen lassen und unserem Gewissen ganz schön zusetzen?

Man kann es sich kaum vorstellen, aber jeden Tag haben wir mindestens einmal diese fiesen Schuldgefühle. Mal liegt der Grund für die negativen Gedanken weit zurück, mal treten wir ganz spontan in ein Fettnäpfchen und plagen uns danach stundenlang mit einem schlechten Gewissen herum. Wir haben eine Aufgabe nicht erledigt. Wir haben unseren Freund schon wieder versetzt. Wir haben ein Glas Wein auf den Teppich verschüttet. Wir haben eine Person gekränkt. Wir haben eine Entscheidung getroffen, die jemand anderen tief verletzt hat.

Wir tun so oft die dumme Dinge und die wichtigen lassen wir unter den Tisch fallen. Und dann kommen sie, die bösen Schuldgefühle. Ganz langsam steigen sie in uns auf, bis sie jeden Gedanken kontrollieren und vergiften. Wer mit seinen Schuldgefühlen nicht abschließen kann und sich immer weiter hineinsteigert, bekommt es übrigens irgendwann mit dem Onkel Doktor zu tun. Denn mit verschleppten Schuldgefühlen ist es wie mit verschleppten Krankheiten – irgendwann werden sie chronisch. Deswegen wollen wir uns heute mit den besten Tipps gegen die lästigen Schuldgefühlen beschäftigen.

Klar, es gibt kleine und große  Schuldgefühle. Kleine Schuldgefühle werden zum Beispiel durch eine Beleidigung ausgelöst, die im Streit unachtsam ausgesprochen wurde. Große Schuldgefühle haben wir, wenn wir unseren Vater ins Altenheim schicken oder unser Kind zur Adoption freigeben. Ja, die Größe und Heftigkeit von Schuldgefühlen kann stark variieren – was aber immer gleich bleibt ist die Ursache!

Wir tun oder unterlassen etwas, wir sagen Dinge oder sagen sie nicht, und sind dabei unseren eigenen Ansprüchen an uns selbst nicht gerecht geworden. Deswegen fühlen wir uns schlecht!

Diese Tatsache steckt hinter jedem Schuldgefühl!

Wenn du eigentlich ein wundervoller Freund bist und deine Freundin im Streit doch eine doofe Ziege nennst, bekommst du ganz leicht Schuldgefühle, während ein Mensch, der kein besonders guter Freund ist, bei der Beleidigung nicht mal mit der Wimper zuckt, geschweige denn sich später zu einer ehrlichen Entschuldigung durchringt!

Diese Tatsache ist für die heutigen Tipps ganz wichtig. Lass sie dir deswegen noch einmal auf der Zunge zergehen.

Immer dann, wenn wir uns selbst und unseren eigenen moralischen Ansprüchen nicht gerecht werden können, fühlen wir uns schuldig.

Vielleicht fragt sich jetzt der eine oder andere was denn so schlimm an Schuldgefühlen sei. Was so schlimm daran ist, sich selbst Vorwürfe zu machen. Vielleicht meint der ein oder andere auch, dass sich Schuldgefühle leicht verdrängen lassen. All denen sei eines gesagt: Wir können vielleicht unsere Gedanken verarschen, unseren Körper aber nicht. Denn wenn wir uns selbst verurteilen,  erzeugen wir unangenehme Spannungen in unserem Körper.

Wenn der Magen gerne mal zickt, wird er mit Schuldgefühlen ganz besonders schmerzen! Viele bekommen Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Heißhunger nach Essen, Herz stechen oder Atemnot. Wieder andere werden zickig, depressiv, aggressiv und gereizt. Du siehst wir können uns vielleicht von den Gedanken ablenken aber in uns brodelt es weiter. Wenn wir mit uns selbst nicht im Reinen sind, kann es nur zu inneren Verschmutzungen kommen.

Und das schlimmste ist, dass sich Selbstvorwürfe aufstauen. Da wir die alten nicht verdaut haben, bieten wir den neuen eine bessere Angriffsfläche. Denn was resultiert denn aus diesen Vorwürfen? Genau ein extrem bescheidenes Selbstvertrauen. Und was denken Menschen ohne Selbstwertgefühl von sich? Genau, dass sie ein kleines Würstchen oder noch schlimmer ein feuchter, alter Waschlappen sind. Auf dieser Grundlage haben Schuldgefühle natürlich den perfekten Nährboden, um immer größer und größer zu werden.  Wir erleiden völlige Passivität und Mutlosigkeit.

Merke:
Unsere Gedanken spiegeln sich immer in unserem Körper und in unseren Gefühlen wider. So will es das Gesetz von Ursache und Wirkung!

Wie wir den bösen Fängen der Schulgefühle dennoch entkommen können, wollen wir uns jetzt einmal genauer anschauen!


Anti-Schuldgefühl-Tipp 1: Stelle dir Fragen über Fragen!

Der erste Schritt die Schuldgefühle zu überwinden besteht darin einen rationalen und objektiven Blick auf sich selbst und seine Fehler zu werfen. Stelle dich deswegen diesen Fragen:

  • Was habe ich getan oder unterlassen, weswegen ich mich schuldig fühle?
  • Und welche meiner Ansprüche an mich selbst habe ich damit verletzt?
  • Was hätte ich anders tun sollen und warum denke ich das?
  • Warum hätte ich anders handeln sollen?
  • Welchen meiner eigenen Werte bin ich nicht gerecht geworden?
  • Wo habe ich mich nicht im Einklang mit dem verhalten, was mir eigentlich wichtig ist?
  • Sei bitte ehrlich und gebe vor dir selbst zu, was du deiner Meinung nach falsch gemacht hast.
  • Warum nimmst du dir das selbst übel? Warum bist du so unzufrieden mit dir selbst?

Wenn du diese Fragen ehrlich beantwortet hast, wird dir vielleicht schon etwas aufgefallen sein. Es ist nicht alles so schlimm. Menschen sind fehlerhaft deswegen aber keine Fehlkonstruktionen! Zu diesem Thema kommen wir jetzt:


Anti-Schuldgefühl-Tipp 2: Sei ehrlich und beichte deine Schuld!

Schuldgefühle tun weh, ich weiß. Sie fressen uns von innen auf und manchmal wissen wir ganz genau, dass ein einfaches „Sorry“ viel zu wenig ist, oder dass die Chance auf eine Entschuldigung längst vorbei ist. Doch frage dich einfach mal:

  • Bist du ein schlechter Menschen, weil du einen Fehler gemacht hast?
  • Bist du ein schlechter Menschen, weil du dich falsch verhalten hast?
  • Bist du ein schlechter Menschen, weil du jemand anderem Schmerz zugeführt hast?

Die Antwort ist NEIN, NEIN, NEIN!

Das alles macht dich zu keinem schlechtes Menschen. Da gehört schon einiges mehr dazu!

Es ist kein Geheimnis. Alle Menschen auf diesem Erdball,  alle knapp 7 Milliarden machen Fehler.  Jeden Tag und ohne Ausnahme! Klar Fehler begeht natürlich niemand absichtlich, sonst würden sie ja nicht gemacht werden. Fehler passieren einfach. Ohne, dass wir es wollen und ohne, dass wir groß darüber nachdenken!

Jeder Mensch hat seine Macken. Manche sind eifersüchtig, andere sind egoistisch, wieder andere handeln verantwortungslos oder fahrlässig. Okay, das sind normale Charaktereigenschaften, aber kein Profil eines ausgebufften Bösewichts, oder?

Wir lassen uns manchmal von Gefühlen lenken und verhalten uns anders, als wir es eigentlich von uns erwarten. Nobody is perfect! Wir wollen manchmal Gutes tun und verursachen doch Leid. Wir wollen andere schützen und verletzen sie doch. So spielt das Leben. Kein Grund sich deshalb selbst zu verurteilen! Wir schaffen es manchmal nicht Ängste zu besiegen und über unsere eigenen Schatten zu springen. Es gibt andere Möglichkeiten mit so etwas umzugehen. Wir können Seminare besuchen, oder Bücher lesen, die uns helfen Zielstrebgier zu werden oder unsere Ängste zu überwinden. In Schuldgefühlen zu ertrinken ist in jedem Fall die falsche Wahl!

Merke dir:
Wir tun nichts von dem oben genannten mit Absicht. Wir geben in jedem Moment unser bestes, auch wenn es manchmal nicht besonders viel ist! Wenn es besser gehen würde, würden wir es auch machen!

Und überhaupt und sowieso. Wie oft gibt es nur einen Schuldigen? Viel öfter ist die Schuld auf mehreren Schultern verteilt. Du merkst hoffentlich Fehler sind menschlich. Und du bist keine Ausnahme. Schuldgefühle sind nicht notwendig!

Sei nicht zu hart mit dir. Verzeihe dir, dass du Fehler machst, dass sie zum Leben dazu gehören. Lass dich von deinen Schuldgefühlen nicht fertig machen!

Ach ja und eins noch: Es ist absolut sinnlos sich selbst vorzuwerfen, dass man sich doch anders hätte verhalten sollen. Diese Gedanken sind vollkommener Schrott. Es ist zu spät etwas zu verändern. (Außer du hast einen DeLorean, der in der Zeit reisen kann in der Garage.)

Wenn du Paprika in eine heiße Pfanne gibst, wirst du später auch gebratene Paprika haben. Du kannst dann nicht sagen, oh warum habe ich nur Paprika in die Pfanne getan, ich hätte doch viel lieber ein Steak! Du hast dir vor dem Kochen mehr Gründe dafür gegeben Paprika zu machen. Es nützt nichts dir jetzt deswegen Vorwürfe zu machen. Du musst damit leben! Statt der Selbstverurteilung reicht der Satz: Ich habe jetzt eben Paprika auf dem Teller und auch wenn ich lieber ein Steak hätte, so muss ich jetzt eben mit der vegetarischen Variante leben! Verstehst du auf was ich hinaus will?

Es macht keinen Sinn seine Kräfte durch Vorwürfe zu verschwenden. Viel besser ist es doch diese für die Wiedergutmachung aufzusparen oder?

Übrigens:
Eines will ich mit diesem Tipp nicht erreichen: Eine universelle Entschuldigung für schlechtes Verhalten generieren. Denn sich einfach nur aus der Schusslinie zu bringen hilft nicht. Nein, ein Schritt liegt noch vor uns, nachdem wir erkannt haben, dass nicht alles ein Weltuntergang ist:

Die volle Verantwortung zu übernehmen und Wiedergutmachung zu betreiben!


Anti-Schuldgefühl-Tipp 3:  Leiste Wiedergutmachung!

Was wir bisher gelernt haben ist hoffentlich klar: Fehler zu machen liegt eben in der menschlichen Natur. Sie für immer zu verhindern liegt nicht in unserer Macht!

Was jedoch in unserer Macht liegt ist das Wiedergutmachen!

Was ist denn der größte Unterschied zwischen Kindern und erwachsenen Menschen? Kinder verstecken sich hinter den Eltern und schieben die Verantwortung weit weg. Das dürfen sie bis zu einem bestimmten Alter auch. Erwachsene dürfen sich nicht mehr verstecken. Sie machen ja auch nicht mehr in die Hose. Wir müssen uns also hinstellen und für unsere Fehler Verantwortung übernehmen!

Und wenn erwachsene Menschen eben Fehler gemacht und deswegen Schuldgefühle haben, gibt es nur diese zwei Dinge zu tun!

  • Sich selbst verzeihen.
  • Wiedergutmachung leisten.

Mehr ist es nicht!

Wenn du jemanden verletzt hast, dann versuche den Schmerz zu lindern. Wenn du einen Schaden angerichtet hast, versuche den Schaden zu reparieren. Entschuldige dich! Bitte um Verzeihung! Gebe zu, dass du einen Fehler gemacht hast!

Wie man sich richtig entschuldigt findest du übrigens hier:

Manchmal lebt ein Mensch, bei dem wir uns entschuldigen nicht mehr oder wir sind für diese Person gestorben. Dann hilft ein Brief. Ein Brief in dem du dich für alles entschuldigst. Natürlich musst du diesen Brief nicht abschicken. Er ist nur für dich und deinen Frieden!

Oder eine ganz andere Möglichkeit sich von Schuldgefühle zu befreien:

Du kannst Wiedergutmachung auch an anderen Stellen leisten. Wenn du deine Familie durch deine Spielsucht zerstört hast, kann es helfen anderen Menschen beizustehen, damit diesen nicht dasselbe Schicksal widerfährt!

Es geht darum dein eigenes inneres Gleichgewicht wiederherzustellen und dich von den Schuldgefühlen freizumachen! Wenn dir diese Wiedergutmachung gelingt werden die Gewissensbisse aufhören und du kannst endlich wieder freudestrahlend in die Zukunft blicken – ohne den tonnenschweren Rucksack der Schuldgefühle auf deinen Schultern!


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Kommentare (3)

  1. Martin

    Ich hab starke schuldgefühle,weil ich meine Freundin oft betrogen habe!
    Nicht mit einer anderen Frau geschlafen oder oralverkehr gehabt oder ähnliches,aber eben doch betrogen!geküsst,gefummelt,gekuschelt,geschrieben und so weiter!
    Nichts für was man sich rühmen müsste!früher hätte ich das getan…
    Naja jedenfalls bin ich mit meiner Freundin schon über drei Jahre zusammen,hab ihr alles gebeichtet und versucht Wiedergutmachung zu leisten!
    Mittlerweile ist schon krankhaft!selbst Gedanken muss ich schon beichten.
    Ich suche regelrecht nach Fehlern die ich begangen habe!
    Das geht schon seit Juli 13 so.
    Gehe auch regelmäßig zum Psychologe,was mir momentan keine großen Ergebnisse bringt und ich langsam das Gefühl habe immer mehr in eine Depression abzudriften!
    Wenn ich nicht schon mittendrin bin…
    Ich kann einfach mir selbst nicht verzeihen!und meine Freundin will sich schon langsam von mir trennen was ja auch verständlich ist.
    Ich liebe sie aber sehr und habe Angst sie zu verlieren!
    Die Erkenntnisse kamen leider sehr spät!und ja mir ist bewusst das ich die Zeit nicht zurück drehen kann!

  2. Lukas

    Ich hab auch mal fahrlässig gehandelt in der Arbeit was auch mir bald das Leben gekostet hätte. Ich habe ein starkstromkabel beschädigt. Es wurde repariert und danach wurde zwar noch gereded aber danach war alles in Ordnung. Ich hatte riesen Glück aber ich habe dies gewiss nicht absichtlich gemacht. Es passierte einfach. Ich habe mich für den Schaden jetzt nicht persönlich entschuldigt aber es war danach wieder normaler Umgang. Mir wurde auch nichts vorgeworfen. Es ist schon 10 Jahre her. Es war ein Schaden der wurde repariert und somit war alles erledigt. Ist das so in Ordnung für mich? Es trägt mir niemand was nach. Mir tut mir s nur leid weil ich mich nicht entschuldigt habe.

  3. Melina

    Ich hab meinem Freund „verboten“ zu einem Auftritt seines bzw. unseres Freundes zu gehen, weil ich selbst nicht hin konnte und so, ziemlich neidisch und eifersüchtig war. Am Ende konnte ich doch mit aber er hatte, nachdem ich Theater gemacht hab das er nicht hingehen soll, unserem Freund abgesagt und eine Lüge erfunden, warum er nicht kommen kann, damit ich nicht schlecht da stehe. Ich hatte große Schuldgefühle da ich total egoistisch gehandelt habe…

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